Voltaplatz: Hier darf gesprüht werden

Voltaplatz: Hier darf gesprüht werden

Die Idee des Jugendbeirates wurde nach zweijähriger Planung realisiert.

Krefeld. Mit höchster Konzentration sprüht Leo schwarze Grundrisse auf die freie Wandfläche. „Danach wird es noch bunt“, verspricht er. Der 18-jährige Sprayer freut sich, als Erster sein Zeichen (oder: Tag) mit der Sprühflasche auf die sogenannte „Legal Wall, die neue Attraktion am Voltaplatz, setzen zu dürfen.

Bereits im Juni 2011 hatte der Jugendbeirat die Errichtung einer legalen Graffitiwand beantragt. In diesem Jahr wurde diese realisiert. „Damit wollen wir den Graffiti-Künstlern in Krefeld die Möglichkeit geben, an einem legalen Ort ihre Kunstwerke zu verwirklichen“, sagt Severin Görgens, Arbeitskreisleiter des Projekts „Legale Wand“ im Jugendbeirat.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung am Freitag befinden sich auf den beiden 9,60 Meter langen und drei Meter breiten Betonwänden die ersten Sprüh-Spuren. Das macht aber nichts. Die Wände bestehen aus einzelnen Betonblöcken, die wie überdimensionierte Legosteine aufeinandergeschichtet worden sind. „Es können sich alle darauf verewigen“, sagt Görgens, der fest davon ausgeht, dass die einzelnen Sprayer sich nicht gegenseitig in die Quere kommen, weil in der Szene einfach ein gewisser Respekt voreinander besteht.

Entworfen hat die Wand, zu der der vom Jugendbeirat 14 000 Euro beigesteuert hat, der Krefelder Landschaftsarchitekt Pieter Schwarze. Der Fachbereich Grünflächen betreut das Projekt seit 2011 und führte es letztendlich zur Realisierung.

Zur Eröffnung sollen sich auch vier professionelle Graffiti-Künstler an den Wänden austoben dürfen. „Unsere Vorstellung ist es, dass wir die Wände in bestimmten Abständen wieder weiß streichen, damit möglichst viele Graffiti in den kommenden Jahren dort zu sehen sind“, erklärt Görgens.

Die zuvor entworfenen Graffiti auf der Wand am Voltaplatz sollen abfotografiert und später in einer Ausstellung präsentiert werden. Doch werden zunächst einmal die beiden Wände im Vordergrund stehen und dann sicher nicht nur Leo die Grundfläche für seine Graffiti-Kunst liefern.

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