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Viel Rauch um nichts: Krefelder Kosmetiker lässt Laden zu

Corona : Viel Rauch um nichts: Kosmetiker lässt Laden zu

Der Krefelder Kosmetikstudiobetreiber Mecit Uzbay hat sein Geschäft am Montag nicht wie angekündigt geöffnet.

„Wir machen Auf... merksam“ steht auf einem Plakat im Fenster des Friseursalons an der Neusser Straße. Und das trifft es am Montag ziemlich genau. Denn Mecit Uzbay, der mit einem kleinen Kosmetikstudio Untermieter bei dem Friseur ist, hat nicht wie angekündigt geöffnet – und sich damit über die Corona-Schutzverordnung hinweggesetzt.

Es geht ihm offenkundig um Aufmerksamkeit und die hat er am Morgen reichlich bekommen. Das zeigte das Medienaufgebot, dass vor dem Betrieb anrückte. Aber auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) war gekommen, bereit, dem Kosmetiker ein Bußgeld in Höhe von 2500 Euro auszustellen, falls Uzbay tatsächlich seinen Laden geöffnet hätte.

Er ist einer der Initiatoren der bundesweiten Kampagne #Wirmachenauf und hatte im Netz Geschäftinhaber aufgerufen, ihm zu folgen. Wie berichtet, hatte die Stadt Krefeld gewarnt, dass dies mit 2500 Euro Bußgeld geahndet werde. Verbände von Handel und Gastronomie hatten sich von der Aktion distanziert, auf Social-Media-Kanäle bildete sich eine Gegenbewegung unter dem Hashtag #WirmachenEuchDicht.

Nun also soll es nächsten Montag so weit sein. Der Kosmetiker hat Brandbiefe an OB Meyer, Landes - und Bundesregierung geschrieben, weil er am Monatsende pleite sei, wenn er weiterhin nicht arbeiten dürfe. „Zu 99,9 Prozet wird es da keine Antwort geben“, sagt er, „abgesehen vom OB, der meldet sich vielleicht.“ Erst recht nicht glaubt der Kosmetiker an ein Ende des Lockdowns oder an eine Lockerung. Mit den Freidenkern habe er nichts am Hut, und er sei auch kein „Corona-Leugner“, behauptet er. Er glaube aber, dass das Virus mit Verboten und Anodnungen nicht zu stoppen sein werde: „Es verbreitet sich doch trotz geschlossener Geschäfte immer weiter.“ Er jedoch beachte penibel alle Hygienevorschriften, „deshalb will ich wieder öffnen“. Seinen beiden Mitarbeiterinnen habe er kündigen müssen, sagt er.

Doch ob er deshalb tatsächlich öffnet und das üppige Bußgeld riskiert, das darf man sehr bezweifeln.