Verwunschene Lesereihe mit Bernhard Hennen auf der Krefelder Burg Linn

Verwunschene Lesereihe : „Das Herz der Fantasy schlägt in NRW“

In der Linner Burgküche gibt es eine neue Lesereihe. Der Krefelder Bestseller-Autor Bernhard Hennen wird dort sein neues Buch vorstellen.

„Die Burg schreit nach erzählter Geschichte, nach Märchen und Erzählungen,“ erklärte Jennifer Morscheiser. Die Leiterin des Museums Burg Linn hat dies auch schon einmal mit der aktuellen Märchenausstellung im historischen Gemäuer in die Tat umgesetzt. Aus diesen Anfängen hat sich jetzt die nächste Aktion entwickelt — und es ist kein Wunder, dass daraus eine Reihe von phantastischen Lesungen wurde. Der Schirmherr der Märchenausstellung Bernhard Hennen ist schließlich ein bekannter Fantasy-Autor.

Davon profitiert auch die Reihe von Lesungen sowie das Festival der Phantasie am letzten Wochenende der Weihnachtsferien. „Bernhard Hennen ist gut in der Fantasy-Szene vernetzt, für uns als Museum Burg Linn wäre das Ganze nicht zu stemmen“, sagt Morscheiser.

Diese Sparte der Literatur soll mehr Anerkennung bekommen

Für Hennen hat die Burg Linn eine besondere Bedeutung: „Ich bin in Anrath aufgewachsen und so war die Burg Linn die erste Ritterburg, die ich bei einem Sonntagsausflug mit meinen Eltern kennen gelernt habe. Da war ich so vier, fünf Jahre und das war mein Schlüsselerlebnis für Burgen.“

Dem Buchautor geht es auch darum, der Fantasy-Literatur zu mehr Öffentlichkeit und Anerkennung zu verhelfen sowie Nachwuchsautoren eine Plattform und ein Publikum zu bieten. „Seit etwa 25 Jahren bin ich Fantasy-Autor und es ist ärgerlich, dass in Deutschland Fantasy-Romane als unterste Schublade gelten. Das will ich mittelfristig ändern.“

So nimmt er sich denn auch vor, bei den Lesungen auf Burg Linn den Moderator zu geben und die jungen Autoren vorzustellen. Beim Treffen in der Burgküche plauderte er aus dem Nähkästchen und erzählte, dass er durch einen glücklichen Zufall keinen Geringeren als den bekannten Autor Wolfgang Hohlbein als Mentor hatte.

Autorenkollegin Diana Menschig griff den Faden auf: „2015 haben wir das Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) gegründet mit dem Ziel, die Wolfgang-Hohlbeins als Türöffner zu ersetzen.“ Heute besitzt der Verein rund 250 Mitglieder und man will sich gegenseitig unterstützen. Darum gibt es auch die Idee, diese Reihe von Lesungen, die aktuell bis März 2020 geplant ist, dann weiter zu führen.

Den Draht zu den Autoren hat man schließlich. Auch bei den schon feststehenden Terminen stellen sich einige PAN-Mitglieder vor. Menschig und Hennen sind stolz auf die ersten Erfolge, unter anderem dass man auf den beiden großen deutschen Buchmessen vertreten ist.

Auch wenn die Autoren gerne den gesamten deutschsprachigen und am liebsten auch internationalen Buchmarkt im Blick haben, so legten sie eine dicke Portion Lokalpatriotismus an den Tag. „Das Herz der Fantasy schlägt in NRW“, meinte Autor Akran El-Bahay. Da wurden Morscheider und die anderen in der Runde noch konkreter und verorteten das Herz der deutschen Fantasy-Szene sogar am Niederrhein. Deutlich schlagen wird das Herz am 22. Juli und dann ohne Rhythmusstörungen durchgehend ab Oktober in der Burg Linn — stimmungsvoll am knisternden Kaminfeuer. Morscheiser versprach für die anderen Räumlichkeiten ein nicht minder atmosphärisches Ambiente für die Lesungen. Zwei Buchpremieren dürfen die Fantasy-Freunde in dieser Reihe auch erwarten.

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