Verspäteter Antrag - Jugendliche müssen warten

Jugend : Jugendbeirat sucht Treffpunkt

Das Gremium fordert eine Anlaufstelle in der Innenstadt.

Jung, modern, vielfältig – Das ist der Jugendbeirat in Krefeld. Im letzten Jahr stellten sich die Mitglieder neu auf, seitdem hat sich einiges getan. Gut ein Dutzend Jugendliche sind aktiv im Stadtgebiet unterwegs, richten Veranstaltungen aus und vertreten die Meinung des Krefelder Nachwuchs. Doch ein wichtiger Aspekt fehlt: Der Jugendbeirat hat keine eigenen Räumlichkeiten. Derzeit pendeln die Jugendlichen hin und her. Im Rathaus sollten zunächst die Sitzungen abgehalten werden, mittlerweile ist der Beirat auf das Café Lentz ausgewichen, indem auch Veranstaltungen wie die „Poetry Night“  stattfanden. Doch das soll jetzt der Vergangenheit angehören. Im Jugendhilfeausschuss legte der Beirat ein Konzept zur Einrichtung von selbstverwalteten Räumlichkeiten in der Innenstadt vor. Für die Finanzierung sollen Mittel aus dem Haushalt bereitgestellt werden.

Jugendliche wollen in ein Lokal
an der Neuen Linner Straße

Zur Identitätsfindung aber auch zur Wertschätzung und Bekanntmachung des Gremiums schlägt der Beirat die Anmietung eines externen Ladenlokals, an der Neuen Linner Straße 61-63 vor. In direkter Nachbarschaft an die Jugendeinrichtungen Together und Friedenskirche sowie der Take TV Bar sehen die Jugendlichen eine perfekte und vor allem zentrale Lage. Beirats-Mitglied Luam Kessette sagt: „Wir möchten den Jugendlichen in Krefeld eine zentrale Anlaufstelle in der Innenstadt bieten. Das geht nicht, wenn wir einen Raum in einer bestehenden Einrichtung bekommen. Die Wege in die Stadtteil sind gerade für Jugendliche zu lang.“

Doch wie schmerzlich Politik manchmal sein kann, musste der Beirat auf der Sitzung des Jugendhilfeausschusses erfahren. Trotz positiver Grundstimmung unter den Fraktionen und Wohlfahrtsverbänden und einem detailliert vorgelegten Konzept, kam es nicht zu einer Abstimmung. Der Grund ist ebenso einfach wie ärgerlich für den Jugendbeirat. Politik und Verbände sahen das Konzept bei der Sitzung zum ersten Mal, waren von dem Beschlussentwurf überrumpelt und überrascht. Die Verwaltung besteht darauf, den Antrag fristgerecht eingereicht zu haben, die Ursache ist unklar. Mangels genauer Kenntnis über den Vorschlag entschied sich ein Großteil der Abstimmungsberechtigten für eine Enthaltung.

Nach Absprache wurde eine Entscheidung auf die nächste Sitzung, am 6. November, vertagt. Die Zeichen stehen dann aber auf eine Bewilligung der Mittel. Dezernent Markus Schön sprach sich deutlich für eine externe Anmietung aus, verwies auch auf einen größeren Zusammenhang für die Jugendverbände. Grünen-Politikerin Anja Cäsar sagt: „Die Entwicklung, die der Jugendbeirat im letzten Jahr genommen hat ist ein wunderbares Signal. Die Lage ist perfekt, die Kosten sind nicht hoch. Das sind Synergien, die man nicht unterschätzen sollte.“ Die Warmmiete für das 65 Quadratmeter große Lokal beträgt monatlich 470 Euro. Mit einer Erstausstattung belaufen sich die Kosten für das Jahr 2019 auf 16 600 Euro, im Jahr darauf auf 6 600 Euro. Gegenwind kam aus dem Lager der CDU, die sich gegen eine zusätzliche Anmietung aussprachen und stattdessen auf die Möglichkeit pochten, Räume in bereits bestehenden Jugendeinrichtungen zu benutzen.

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