Verkaufsoffene Sonntage in Krefeld 2018 - ein Überblick

Verkaufsoffen in Krefeld: Sonntags zum Shoppen in die City

In der Innenstadt Krefelds gibt es in diesem Jahr noch einige Möglichkeiten, sonntags in der City einzukaufen. 2019 soll einen verkaufsoffenen Sonntag mehr geben. Das ist nicht überall so.

Wer sich am Sonntag (4.11.) am und im Schwanenmarkt bei der Veranstaltung „Krefeld elektrisch“ über die Mobilität der Zukunft informieren möchte, der kann die Fahrt in die Innenstadt gleich zum Einkaufsbummel nutzen: Die Geschäfte sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet. In Krefeld sind solche Shopping-Tage am Sonntag nach wie vor selbstverständlich – in anderen Kommunen in NRW ganz und gar nicht. Denn die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi hat landesweit schon mehrfach erfolgreich gegen geplante offene Sonntage geklagt.

Die Landesregierung hatte in diesem Frühjahr mit einem neuen Ladenöffnungsgesetz den Einzelhandel „entfesseln“ wollen und insgesamt acht verkaufsoffene Sonntage jährlich möglich gemacht. Die erlaubte Zahl wurde damit verdoppelt. Einschließlich der Stadtteile dürfen seitdem sogar 16 statt elf Sonn- und Feiertage freigegeben werden.

Werbegemeinschaft will verkaufsoffene Tage dosieren

Die Werbegemeinschaft Krefeld organisiert in der Innenstadt in diesem Jahr vier offenen Sonntage – nach „Krefeld elektrisch“ folgt noch ein „Advents-Shoppen“ am 16. Dezember. Im nächsten Jahr soll es einer mehr werden, berichtet Vorsitzender Christoph Borgmann: Den fünften Tag wolle man Anfang Mai mit dem Markt für Genießer/Pottbäckermarkt verbinden. „Wir machen verkaufsoffene Sonntag nur, wo es Sinn macht“, betont Borgmann. Dabei sei man „im guten Austausch“ mit Verdi und habe sich auch mit den Stadtteilen abgestimmt.

Denn verkaufsoffene Sonntage gibt es auch dort. Darunter in diesem Jahr noch zum Weihnachtsmarkt in Fischeln und zum Nikolausmarkt in Uerdingen, im nächsten Jahr im September zur 22. Auflage von „Fischeln open“.

Der Krefelder Stadtrat hatte sich 2017 darauf verständigt, möglichst alle elf bis dahin erlaubten offenen Sonntage im Stadtgebiet auszuschöpfen. Wie Krefelds Pressesprecher Timo Bauermeister dazu ergänzt, müssen seit 2018 diese Sonntage durch den Handelsverband NRW (Krefeld – Kempen – Viersen) jährlich neu beantragt und vom Stadtrat beschlossen werden. „Die Verwaltung befindet sich mit dem Verband und der Gewerkschaft Verdi im ständigen Austausch, um die Rechtssicherheit der zukünftigen verkaufsoffenen Sonntage sicherzustellen“, sagt Bauermeister.

Nach Auskunft von Matthias Pusch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein seien manche Städte eben mutiger als andere, was die Beantragung von verkaufsoffenen Sonntagen anbelangt. Krefeld gehört offenbar zu den Mutigen – anders als Düsseldorf. Dort gibt es in diesem Jahr insgesamt nur sechs solcher Tage – einschließlich aller Stadtteile. Zum Vergleich: Selbst im beschaulichen Kempen soll es im kommenden Jahr sechs verkaufsoffene Sonntage geben. Allerdings hat es in Düsseldorf auch schon erfolgreiche Klagen gegen offene Sonntage gegeben. Und vor der Messe „Pro Wein“ in der Landeshauptstadt gab es im Frühjahr ein langes juristisches Tauziehen, ehe das Verwaltungsgericht den „offenen Sonntag“ erlaubte.

Wie Matthias Pusch weiter ausführte, reiche es für Veranstalter nicht, nur mal eben den Gesetzestext in den Antrag zu kopieren. Ein Sonntagsverkauf müsse nachvollziehbar begründet werden. Der Anlass – aktuell etwa „Krefeld elektrisch“ – müsse dabei mehr Leute anlocken als der verkaufsoffene Sonntag allein, sagt Pusch. Hintergrund: Ein Grundsatzurteil des Oberverwaltungsgerichts besagt, dass die Veranstaltung selbst ein größerer Besuchermagnet als die geöffneten Geschäfte sein muss.