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Sport: Vereine in Krefeld müssen um ihre Sportplätze kämpfen

Sport : Vereine in Krefeld müssen um ihre Sportplätze kämpfen

Die Vereine Preussen Krefeld, VfR Krefeld und Viktoria Krefeld setzen sich für ihre Sportanlagen ein — und damit für ihre Identität.

Krefeld. Mit einer bisher beispiellosen Initiative kämpfen drei Sportvereine und zwei Bürgervereine um den Erhalt ihrer Sportstätten und damit auch um die Interessen im Sprengel. In einem Thesenpapier haben die Sportvereine Preussen Krefeld, VfR Krefeld und Viktoria Krefeld zusammen mit den Bürgervereinen Kliedbruch und Inrath Vorschläge erarbeitet, die Politik und Verwaltung dieser Tage unterbreitet wurden.

Hände weg von den drei Sportstätten Hubert-Houben, Kaiser-Wilhelm-Park und Schroersdyk. Denn Sport, Begegnung mit Anderen und das Erleben von Natur seien Grundlage der Gesundheit des Menschen. Diese Erfahrung müsse den Bürgern in unmittelbarer Nähe ihres Lebensmittelpunktes ermöglicht werden. Die drei Sportstätten böten dazu gute Voraussetzungen — sie müssten nicht nur erhalten, sondern ausgebaut werden.

Die Stadt hat zu wenig Geld, um das Angebot an Sportstätten in den kommenden Jahren in Schuss zu halten. Eine Tendenz: Den Sport aus den Zentren mehr in die Peripherie verlagern und mehrere Vereine auf ausgewählten Anlagen bündeln. In der Achse der Anlagen am Schroersdyk (Viktoria Krefeld), der Hubert-Houben-Kampfbahn (Preussen Krefeld) und der am Sprödentalplatz galt die am Appellweg für verzichtbar. Attraktiver Nebeneffekt: Neues Bauland in guter Lage, das Geld in die Stadtkasse spülen würde. Sportstätten für eine Bebauung zu opfern, so steht es im Thesenpapier, stehe dem Bürgerwillen entgegen.

Der Kampf für die in Teilen unter Denkmalschutz stehende Hubert-Houben-Anlage scheint sich zugunsten derer, die ihren Erhalt anstreben, zu entwickeln. Gleichwohl heißt es in dem Papier unmissverständlich: „Alle drei Sportvereine werden mit Unterstützung der Bürgervereine gegenüber Politik und Verwaltung ihre Interessen gemeinsam durchzusetzen. Die sportlichen Aktivitäten sowie die Nutzung der einzelnen Sportstätten werden miteinander abgestimmt und gegenseitig angeboten. Zu diesem Zweck treffen sich die Vertreter der Vereine zu regelmäßigen Abstimmungsgesprächen.“ Für alle Mitglieder seien kurze An- und Abfahrtwege zu den Sportstätten wichtig, um ihre Sportaktivitäten beizubehalten. Längere Wege führten zu weniger Sportaktivitäten und zu geringerem bürgerschaftlichem Engagement — bei Kindern, Jugendlichen und Senioren.

Selbst wenn alle drei Vereine Fußball traditionell als Ankerangebot anbieten, hält jeder Klub weitere Aktivitäten für besondere Zielgruppen vor. Preussen Krefeld etwa hat als besondere Zielgruppen den Senioren- und Kindersport, der VfR Krefeld integriert viele Menschen mit Migrationshintergrund, bei Viktoria Krefeld wird ein besonderes Angebot für Frauen und Mädchen vorgehalten.

Damit das alles nicht allein als Status-Beschreibung verkommt, mündet das Thesenpapier mit Maßnahmen für die Zukunft. Für die Hubert-Houben-Kampfbahn sei ein Kunstrasen zur ganzjährigen Nutzung ratsam, Altlasten auf dem Ascheplatz müssten beseitigt werden und zudem das denkmalgeschützte Gebäude saniert werden.

Der Kaiser-Wilhelm-Park soll durch den VfR Krefeld bewirtschaftet, ein zusätzlicher Mehrzweckplatz errichtet und insgesamt eine bessere Bewirtschaftung erreicht werden — durch Anpassung der Zuschüsse für Unterhalt und Investitionen an die gestiegenen Kosten.

Ähnliches gelte für Viktoria Krefeld. Der Sportplatz am Schroersdyk soll durch den Verein bewirtschaftet werden. Lohnenswert sei auch die Errichtung eines Kunstrasenplatzes. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr müsse verbessert und die Ausstattung mit Gerätschaften zur Bewirtschaftung der Platzanlage optimiert werden. Zudem sollen die Zuschüsse für Unterhalt und Investitionen an die gestiegenen Kosten angepasst werden.