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Krefeld soll Busse mit Wasserstoff-Antrieb kaufen

Ein Wasserstoffbus in Köln. FOTO: Stadt Wuppertal

Krefeld Im Mobilitätsausschuss soll es am Mittwoch um die Frage neuer Antriebstechniken gehen.

Der Antrag Die CDU-Fraktion stellt im Mobilitätsausschuss einen Antrag zum Thema Wasserstoff-Busse. Die Christdemokraten fordern, dass Busse mit der besonderen Antriebstechnik hier getestet und eingesetzt werden. „Die Stadt muss auch mal vorangehen und zeigen, was geht, und nicht erst ein Konzept erarbeiten, wie es in zehn oder 20 Jahren aussehen könnte“, sagte Stefan Galke, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Umweltausschusses, in einer Pressemitteilung zum Antrag.

Der Kontext In der Krefelder Politik wird in verschiedenen Gremien derzeit über moderne und umwelt- beziehungsweise klimafreundliche Mobilität gesprochen. Der Stadtrat hat passend zum so genannten Klimanotfall 20 Punkte verabschiedet, die helfen sollen, das Klima zu verbessern. Dazu zählen auch Ideen für den Verkehr. Außerdem entsteht im Moment ein Mobilitätskonzept, in dem es gleichermaßen darum geht, wie die Stadt so gestaltet werden kann, dass der Autoverkehr besser fließt, als auch darum, wie die Bedingungen für andere Verkehrsmittel so verbessert werden können, dass Krefelder umsteigen. Attraktivere Angebote für Bus und Bahn würden bei umweltfreundlichen Antrieben doppelt positiv wirken.

Die Bewertung In unserer neuen Rubrik „Un-Parteiisch“ soll nicht nur kritisiert, sondern sinnvolle Vorschläge auch ausdrücklich gelobt werden. Das ist an dieser Stelle angebracht. Der Vorstoß der CDU ist inhaltlich wie zeitlich richtig.

Es gibt zwei Entwicklungen bei Bussen: Elektro-Motoren und Wasserstoff-Antriebe. Bei den Elektro-Motoren sind die Verkehrsunternehmen schon weiter. Bonn war in NRW einer der Vorreiter, in Köln wird eine Linie komplett mit E-Bussen bestritten, und die Rheinbahn in Düsseldorf erwartet ein Dutzend neuer Fahrzeuge im ersten Quartal, so dass auch dort bald zwei Linien elektrisch bestritten werden. Bei aller Faszination für diese Antriebstechnik und bei aller Berechtigung der Tests steht noch nicht fest, wie die Klimabilanz der E-Busse am Ende ausfällt, also wie viele Kilometer sie fahren müssen, bis der CO2-Ausstoss der Herstellung kompensiert ist.

Auf diesem Feld kann sich Krefeld auch noch ausprobieren, aber kein Vorreiter mehr sein. Das ist beim Wasserstoff-Antrieb anders. Dieser ist aus den genannten Zweifeln an den E-Motoren eine wichtige Alternative in diesen Experimentier-Zeiten, Pilotprojekte werden entsprechend finanziell gefördert. So hat beispielsweise Wuppertal zwölf Wasserstoff-Busse (Reichweite: rund 350 Kilometer) bestellt und erhält für die Kosten von zwölf Millionen Euro reichlich Zuschüsse.

Ein Blick zur Rheinbahn zeigt, dass Krefeld durchaus noch früh dran sein kann. In Düsseldorf gibt es eher lose Pläne, 2021 mit Wasserstoff-Bussen Erfahrungen zu sammeln. Dann muss Krefeld jetzt allerdings ein sattes Tempo hinlegen.