Umweltschutz am Flöthbach: Die Natur kehrt zurück

Umweltschutz am Flöthbach: Die Natur kehrt zurück

Der Flöthbach wird an mehreren Stellen verbreitert. Paradiese sollen entstehen.

Krefeld. Das Ziel ist klar: Ein "leuchtend gelbes Eldorado von Sumpfdotterblumen" wollen Naturschützer Theo Malschützky und Doris Törkel, Leiterin des städtischen Fachbereichs Grünflächen, im nächsten Jahr sehen. Für rund 60.000 Euro aus der staatlichen Abwasserabgabe wurde der Flöthbach verbreitert und um eine lagunenartige Flutmulde ergänzt. Südlich der engen Stelle, wo der Flöthbach den Steeger Dyk unterfließt, ist ein weiteres Naturparadies in jenem Schutzgebiet entstanden, das vor zwei Jahren festgelegt wurde.

Für Malschützky erweist es sich als günstig, dass ein Regenwassergraben aus dem neuen Hülser Siedlungsgebiet Kreuzlückenstraße am Steeger Dyk viel Wasser in den Flöthbach bringt. Der ist somit immer seltener ein "sommertrockenes Niederungsgewässer". Für diesen Fall liegt die Lagune etwas tiefer, so dass Tiere ein Rückzugsgebiet haben.

Insgesamt 27 dicke Pappeln hat Malschützky fällen lassen, um die Uferböschung des Flöthbachs um rund 20 Meter erweitern und abflachen zu können. Rund 3000 Kubikmeter Erdreich wurden ausgebaggert. Es wurde teilweise für die neue BMX-Strecke am Voltaplatz verwandt, teilweise für die neuen Bäume an der Dürerstraße reserviert. Täglich war Malschützky an der Baustelle, um beim Böschungswinkel verschiedene Varianten festzulegen.

Das Land hat er im Ringtausch mit Bauern ergattert. Auf dem flachen Ufer liegen sechs Pappel-stümpfe, die Nisthilfe sein können für den Eisvogel, dessen Population hier zurückgegangen ist: Malschützky: "Das wird sich ganz schnell regenerieren." Demnächst werden hier Schwarzpappeln und Eschen gepflanzt.

Wie schnell die Natur eine Baustelle in einen paradiesischen Zustand verwandelt, zeigt Doris Törkel auf der nördlichen Seite des Steeger Dyk, wo der Flöthbach ins Landschaftsschutzgebiet fließt. Hier wurde vor zwei Jahren eine Flutmulde angelegt, die bereits rundum bewachsen ist, unter anderem von Erlen, deren Samen angeflogen kamen, intensiv duftenden Sumpfbinsen, Sumpfvergissmeinicht und Rohrkolben.

Die Pläne mit dem Flöthbach gehen weiter: Verbreiterungen sieht Malschützky auch am Parkplatz Hölschen Dyk und im Bereich Orbroich vor. Im eigentlichen Naturschutzgebiet, das sich mit einer Fläche von 45 Hektar zwischen Kapuzinerberg und Steeger Dyk sowie Langen Dyk und Plankerdyk erstreckt und einen landwirtschaftlich nutzten Teil an der Straße Vobis auslässt, soll der Flöthbach ebenso noch um Kleingewässer ergänzt und an einigen Stellen verbreitert werden. "Ein Naturschutzgebiet ist kein Urwald, sondern es muss gepflegt werden", stellt Theo Malschützky fest.

Für die Aufstellung des Naturschutzgebietes, das bereits seit 1991 als Landschaft geschützt war, waren von der Stadt zahlreiche Grundstücke hinzugekauft worden, ein Haus am Plankerdyk wurde abgerissen, große Flächen wurden "renaturiert", wie die Fachleute es nennen.

Törkel: "Wenn ein Gebiet nicht gepflegt wird, entsteht durchgehender Wald, das ist nicht das Ziel." Ausdrücklich fügt sie der Freude über das neue Naturschutzgebiet hinzu: "Spaziergänger, Radler und Reiter sind willkommen - solange sie auf den Wegen bleiben und die Hunde angeleint lassen."

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