Uerdinger Bahnhof: Erste Schritte auf einem langen Weg

Uerdinger Bahnhof: Erste Schritte auf einem langen Weg

Die Studie der Deutschen Bahn zum Bahnhofsgelände liegt vor. Auf dem Areal soll ein dreigeschossiges Bürogebäude entstehen.

Krefeld. Die Bahn will die Vermarktung und den Verkauf des Bahnhofsgeländes in Uerdingen nun offenbar vorantreiben. Eine Machbarkeitsstudie des Unternehmens, die darstellt, was mit dem Areal passieren könnte, liegt seit einigen Wochen bei der Stadt. Sie wird aktuell geprüft und soll noch im Frühjahr der Lokalpolitik vorgestellt werden.

Wie die WZ erfuhr, hält die Bahn in der Studie an der Bebauung des Geländes südlich des Bahnhofs fest. Auf der Fläche zwischen Tunnel und Parkplatz soll ein dreigeschossiges Bürogebäude entstehen, das sich architektonisch an die Umgebung anpasst. Dass es in den Animationen dennoch jenem ufoartigen Bau ähneln soll, der vor einigen Jahren einen Aufschrei in Uerdingen ausgelöst hat, ist angeblich ohne Bedeutung. „Die Befürchtung, dass die Bahn dort sofort bauen kann, was sie will, ist unbegründet“, erklärt Ludger Walter, Abteilungsleiter Regional- und Bauleitplanung bei der Stadt. Zuerst müsse die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen.

Anders verhält es sich beim denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude. Dort könnte ein Umbau, etwa zu einem Restaurant, im Grunde sofort beginnen. Voraussetzung ist auch hier eine Einigung mit der Bahn. Dieser gehört das umliegende Gelände, das der Gastronom in spe für Parkplätze und einen Biergarten benötigt. Wie berichtet, hat der bisherige Investor, der im Bahnhof ein Brauhaus plante, nach langen fruchtlosen Verhandlungen entnervt aufgegeben. Intern geht man bei der Stadt davon aus, dass auch sein potenzieller Nachfolger „einen langen Atem und ein dickes Fell“ braucht. Doch es heißt auch, eine Einigung mit der Bahn sei möglich.

Es wird nun Sache der Politik sein, die Bahn-Studie zu bewerten und eine Entwicklung des Areals auf den Weg zu bringen. Es dürfte die Lokalpolitiker freuen, dass bei allen Unwägbarkeiten eine Nutzung ausgeschlossen ist: Einzelhandel. Man ist sich einig, dass dies der Uerdinger Innenstadt schaden würde.