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Trend Minihäuser - Ein Haus so groß wie ein Wohnzimmer

Alternatives Wohnen : Trend Minihäuser - Ein Haus so groß wie ein Wohnzimmer

Ein neuer Trend sind Minihäuser. Sie sind nicht größer als 32 Quadratmeter. Ihre Bewohner konzentrieren sich auf das Wesentliche.

Wie viel Wohnraum braucht der Mensch? Eine Frage, die sich Lydia Paggen seit ihrer Kindheit stellt, in der sie sich bereits für miniaturisierte Wohnformen interessierte. Immer häufiger stieß sie in den vergangenen Jahren im Rahmen ihrer Recherchen auf die sogenannten Tiny Houses – ein neuartiges Wohnkonzept aus den USA, das sich zunehmend auch in Deutschland verbreitet. In Krefeld ist die Bekanntheit der zumeist mobilen, kleinstmöglichen Wohneinheiten allerdings noch nicht angekommen. Mittlerweile hält Paggen Vorträge und tauscht sich auf diversen Plattformen im gesamten Themenspektrum aus, um auch in Krefeld ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

Verschiedene Modelle bieten viele Facetten

Stolz präsentiert sie einen Kalender mit zahlreichen Variationen der Tiny Houses. Etliche weitere Modelle hat sie auf ihrem Laptop gespeichert. Irgendwann wolle sie selbst in einem Tiny House leben, dort anzugelangen erfordert allerdings ein hohes Maß an Kreativität und Willenskraft, ursprünglichen Komfortzonen zu entsagen. Denn als Maßnahme zur Linderung des Mangels an bezahlbarem Wohnraum taugen die Tiny Houses keinesfalls, vielmehr sind sie Ausdruck einer minimalistischen Lebensweise.

Die klassischen Tiny Houses sind keinen Zentimeter größer als 32 Quadratmeter und oft sogar signifikant kleiner, sofern sie von lediglich einem Bewohner genutzt werden. Generell seien sie vorrangig für Paare oder Einzelpersonen konzipiert, erzählt Paggen. Gefertigt werden die Häuser in der Regel in spezialisierten Schreinereien, in denen Rücksicht auf die Designvorstellungen der Nachfragenden genommen wird, aber auch in vollständiger Eigengestaltung. Denn aus dieser „Do-it-yourself-Mentalität“, wie Lydia Paggen es beschreibt, beziehen die Tiny Houses ihren Reiz. Die verschiedenen Kreationen sind facettenreich. Manche Versionen sind vollständig autark und beziehen ihre Energie- und Wasserversorgung aus den eigenen Ressourcen. Besonders für Menschen im Rentenalter sei das Konzept sehr interessant, da ihre Bewegungsfreiheit in großen Häusern eingeschränkt ist. Mittlerweile gibt es bereits ganze Communitys, die aus Tiny Houses bestehen. Dort stoßen auch Alt und Jung aufeinander, so Paggen.

Kosten vergleichsweise hoch

Nach ihrer Fertigstellung wird für die im Prinzip mobilen und dennoch massiven Mini-Häuser ein fester Stellplatz gesucht. Dies gestaltet sich aber zunehmend schwierig. Denn kaum eine Stadt sei gewillt, freien Wohnraum für Tiny Houses zu nutzen, da diese städtebaulich schlichtweg ineffizient sind, so Paggen. Auch die relativen Kosten der Häuser seien vergleichsweise hoch, konstatiert Paggen. Der implizite Lebensstil, der mit einer derartigen Wohnsituation einhergehe, sei daher die tragende Kraft bei der Entscheidung für ein Tiny House.

Für Lydia Paggen haben die Wohnkörper allerdings auch eine weitere Komponente. „Offensichtlich scheinen sie Menschen zum Nachdenken anzuregen, ob große Wohnhäuser das Wohnen der Zukunft ist“, berichtet sie.