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Spenden: Traumfänger – damit der letzte Wunsch in Erfüllung geht

Spenden : Traumfänger – damit der letzte Wunsch in Erfüllung geht

Kevin Pirsig hat einen Verein gegründet, um schwerkranken Kindern und Jugendlichen ein Geschenk zu machen.

Kevin Pirsig hat einen Wunsch – er will die Träume schwerkranker Kinder und junger Erwachsener wahr machen. Darum gründeten er und sechs Mitstreiter, darunter seine Ehefrau Michelle, im vergangenen Jahr den Verein „Aktion Traumfänger“ – Pirsig führt den Vorstand.

Über Spendensammlungen und -veranstaltungen wollen sie Geld für die Hilfsaktionen zusammenbekommen, um es den Notleidenden und ihren Familien für diesen Zweck zukommen zu lassen, die das aus eigenen Mitteln nicht schaffen.

Beweggrund war für den Familienvater der Verlust seiner noch jungen Cousine. Ihr konnte Pirsig vor ihrem Tod keinen Wunsch mehr erfüllen, da sie selbst sagte: „Ich habe, auch wenn ich noch so jung bin, schon so viel gesehen, bin so viel verreist, habe so viele Konzerte besucht und eine so tolle Familie, dass ich sozusagen wunschlos glücklich bin.“

Kevin Pirsig sei von der Antwort sehr ergriffen gewesen. „Ich dachte bei mir, dass das jeder von sich sagen sollte“, erzählt er. Als er dann am Ende eines Urlaubes an zahlreichen Wohltätigkeitsorganisationen vorbeikam, festigte sich sein Wunsch, selbst aktiv zu werden. Zuvor leistete er selbst ebenfalls seine erste Spende an eine Einrichtung, das Hospiz, in dem die Cousine betreut worden war.

Mittlerweile ist die Traumfänger-Arbeit bei Familie Pirsig fest in den Lebensalltag integriert. Auch die zehnjährige Tochter stellt Fragen und interessiert sich für das Engagement ihrer Eltern. So ist es auch bei Matthias Gassner, zweiter Vorsitzender und Freund der Familie. Seiner Ansicht nach, „können wir uns glücklich schätzen. Viele haben es bedeutend schlechter als wir.“

Ihr direktes Umfeld ist ebenfalls Feuer und Flamme. „Ich finde die Aktion super“, erzählt Frank Lorenzen, Besitzer des „Kiosk Lorenzen“ und Nachbar von Pirsig. „Darum war es für mich sofort klar, dass ich bei mir eine Spendendose aufstelle. Und wir haben in drei Wochen bereits mehr Geld eingesammelt, als an Sankt Martin“, sagt er. Insgesamt kamen den Traumfängern mittlerweile über 6000 Euro zugute. Und doch wird immer mehr benötigt. Es gibt bereits einige Menschen, die sich an die „Aktion Traumfänger“ gewandt haben.

Ein kleiner Stern sorgt
für ein kleines Lächeln

Mit selbstgenähten Kissen in Sternenform wollen die Traumfänger den Empfängern auch einen symbolischen Wegbegleiter zur Seite stellen. Jedes wird mit dem Namen des jeweiligen Kindes bestickt. Das erste ging an Sammy. Er erhielt auch die erste Geldspende in Höhe von 50 Euro, zur Unterstützung der Behandlungskosten durch die Familie. „Solche Momente berühren einen sehr“, erzählt Michelle Pirsig. Für sie wird sich, wenn die erste richtige Hilfsaktion startet, noch zeigen, wie weit sie helfen kann, „ohne selbst daran kaputt zu gehen“, wie sie sagt. Dass sie Menschen mit ihrer Arbeit berühren, wird dadurch deutlich, dass der an schwerer Epilepsie erkrankte Sammy durch die Traumfänger auch von anderen Seiten Geld bekam.

Größere Spenden kamen beispielsweise von namhaften Geldinstituten und anderen Firmen. Und der Verein „Aktion Traumfänger“ hat ordentlich in der Öffentlichkeit dafür getrommelt. In Sachen Werbung ist der Verein tatkräftig unterwegs. Wo auch die Mitglieder gerade sind, stehen am Ende des Tages die Spendendosen und Flyer des Vereins. So beispielsweise in Städten wie Köln, Bad-Münstereifel oder auch Lübeck – überall dort, wo die Familien Pirsig und Gassner vorbeikommen.

In Krefeld finden sich die Dosen neben dem „Kiosk Lorenzen“, Krefelder Straße 186, auch in der „Arnica Apotheke“ in der Krefelder Straße 20. Auf ihnen prangt ein brauner Stoffbär mit Wolken, sowie die Aufschrift: „Wir erfüllen deinen Traum“.