Traditionsgaststätte in Fischeln wird zur Rhabarber-Bar

Neue Gaststätte : Traditionsgaststätte in Fischeln wird zur Rhabarber-Bar

Der Bäkerhof wird am Samstag, 12. Januar, unter neuem Namen wieder eröffnen. Hier soll dann serviert werden, was auch bei der Großmutter auf den Tisch kommt.

Es soll eine Mischung aus alten und modernen Einflüssen sein: Die Wände sind umrahmt von Holzlatten und erwecken so den Eindruck, als wären dort einmal Fenster gewesen. Das Wandmaterial besteht aus freigelegtem Mauerwerk, mal aus Rauputz und auch aus Fototapeten mit Bücherregalen und Blumenvasen darauf. In der Mitte findet sich ein Thekenbereich, der ebenfalls aus Mauerwerk besteht. Mit den dunklen Holztischen, Stühlen und Lederbänken wirkt die Bar rustikal und gemütlich und bietet bis zu 100 Sitz- und Stehplätze. Über den Köpfen ist die große Sammlung von Badeenten aufgereiht – das Maskottchen der Rebellenkompanie, die die Bar als Stammlokal nutzen.

Aus dem Schnaps geboren:
Rhabarber als Motto

Für Inhaberin Miriam Simon (37) war die Idee zur Wiedereröffnung des ehemaligen Bäkerhofes eine „Schnappsidee“, sagt sie selbst. Erst 2016 übernahm sie den wenige Häuser entfernten „Fischelner Burghof“. Auf der Jubiläumsfeier der Musketiere entstand der Gedanke, auch den Bäkerhof zu übernehmen. Nachdem Koch Markus Jung (52) – ein langjähriger Freund von Simon und ihrem Ehemann – sich ihr anschloss, wurde der Gedanke Realität.

Der Rhabarber findet sich nicht nur im Namen, sondern auch im Getränke- und Speisenangebot: Die gelernte Restaurantfachfrau sieht die neue Gaststätte als Ergänzung zum Burghof. Darum gibt es hier auch ein anderes Angebot. Statt dem Gulasch-Alt gibt es das regionale Bier der Hausbrauerei „Schlüffken“. Für Pilstrinker gibt es Krombacher. Neben dem Tequila vom Fass – an der Theke in handbemalten Fässern vorzufinden – ist der Rhabarber-Schnaps das Highlight der Getränkekarte. Das Rezept von „Muttis Bestem“ stammt von Simon selbst.

Ein abwechslungsreicher Mix: Limo, Tapas und Blutwurst

Auch im Kuchen aus einer nahegelegenen Bäckerei und in den saisonalen Angeboten findet sich das rötliche Gemüse. Zudem steht unter anderem die Braumeisterlimo und -cola „fruix“, hergestellt von der Brauerei Feldschlösschen, auf der Karte. Neben Pfannkuchen und Wraps gehören auch rheinische Tapas zum Repertoire der Küche. Das können Blutwurst im Teigmantel oder Knochenschinken sein.

Die Bar legt Wert darauf, das zu servieren, was auch früher bei der Oma auf den Tisch kam. Das rustikale Ambiente verbindet sich mit Hausmannskost aus der Kindheit. Einen großen Teil der Speisekarte nehmen die Burger-Variationen ein. Die vegetarische Variante besteht aus überbackenem Schafskäse und Grillgemüse. Für den ganz Unentschlossen besteht zudem die Möglichkeit, sich den Burger mit den gewünschten Zutaten selbst zusammenzustellen. „Burgerbaukasten“ nennt Jung dieses Angebot.

Jung hat seit dem Abschluss seiner Lehre im Alter von 20 Jahren, viele Küchen der Welt kennengelernt, bevor es den gebürtigen Krefelder wieder in die Heimat zog. Der gelernte Koch war vor der Rhabarber-Bar im Restaurant Chopelin in Uerdingen tätig.

Sein Anspruch: saisonales und selbstgemachtes Angebot. Ob das Kraut für den Rostbratwurst-Burger, den Lakritzsenf zum Käse, oder eben den Rhabarber-Schnaps, Jung probiert sich gerne aus und unterstreicht mit seinen Eigenkreationen den Wunsch nach guter Qualität und Neuem. „Ich beschäftige schließlich auch Köche und keine Tütenaufreißer“, so beschreibt Inhaberin Miriam Simon die Arbeit ihres Freundes.

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