Traar : Pläne für ein Leben in einem Öko-Dorf
Traar. Initiatoren suchen weiter Mitglieder für ihr alternatives Wohnungsprojekt an den Niepkuhlen.
Es ist ein Leben wie in einem kleinen Dorf. Im „Niepkuhler Krähennest“ — wie die Initiatoren das Wohnungsprojekt am Luiter Weg im Krefelder Norden nennen, sollen die Grenzen fallen zwischen den Ärmeren und den Wohlhabenden, den Jüngeren und Älteren, den Familien und Alleinstehenden, den Personen mit Behinderungen und ohne. Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stützt, Tür an Tür lebt — und sich im besten Fall auch noch teilweise selbst versorgen kann. Eine Geborgenheit, die zu einem besseren Zusammenleben führen soll.
Diese Idealvorstellung einer Genossenschaft hat der Krefelder Hausarzt Bernd Kaufmann vor einigen Jahren ausgesprochen und bis heute verfolgt. Noch sind es hehre Wünsche geblieben. Die Gruppe sucht noch weitere Mitglieder für das Wohnprojekt, das in der Nähe des Siedlungsvorhabens Wiesenhof am Luiter Weg entstehen soll. Das Krähennest soll davon abgekoppelt sein. „Dazu brauchen wir aber genügend Interessenten, um ein eigenes Verfahren beginnen zu können“, sagt Johannes Klein, der neben Bernd Kaufmann und deren beiden Lebensgefährtinnen zur Initiativgruppe gehört. Derzeit würden noch Gutachten zu Biotopen oder Entwässerung durch die Stadt erstellt. Bis zur Erteilung der Baugenehmigung dauere es bestimmt noch zwei Jahre, glaubt Klein. Einen Architekten und Projektplaner hätte die Gruppe aber schon an der Hand. Es ist ein alternatives Lebensmodell, das den Damen und Herren der Gruppe vorschwebt. Bis zu 25 Wohnparteien sollen da einmal zusammenkommen im Krähennest. Der Name leitet sich zum einen vom Stadtnamen ab und suggeriert Schutz. Alle Altersklassen jeglicher gesellschaftlicher Strukturen, möglichst auch ganze Familien.
Um Mitglied zu werden,
muss erstmal gezahlt werden
Gelebt wird in eigenen Wohnungen, dazu werden Gemeinschaftsräume genutzt: Speiseräume, Werkstätten, Ateliers, Gärten, Spielflächen. Die Älteren könnten nebenher die Kinder der Gemeinschaft betreuen, die Jüngeren dagegen für die Senioren die Einkäufe erledigen. „Wenn man sich gegenseitig unterstützt, wird weniger organisierte Hilfe benötigt“, sagt Johannes Klein, ein früherer Lehrer an der Maria-Montessori-Gesamtschule, heute im Ruhestand. Auch ist beabsichtigt, Menschen mit Einschränkungen in die Gemeinschaft zu integrieren. Angedacht sei auch eine Wohngruppe der Lebenshilfe.