1. NRW
  2. Krefeld

Tod einer Rehfamilie auf Europaring in Krefeld - Stadt stellt Warnschilder auf

Europaring in Krefeld : Nach Tod einer Rehfamilie - Stadt stellt Warnschilder auf

Eine ganze Rehfamilie ist dieses Jahr auf dem Europaring überfahren worden. Neue Schilder sollen Autofahrer vor den Wildtieren warnen. Weitere Maßnahmen werden besprochen.

Nachdem eine ganze Rehfamilie, bestehend aus zwei diesjährigen Kitzen, dem Kitz aus dem Vorjahr sowie der Ricke, überfahren worden ist, hat die Stadt Schilder auf dem Europaring angeordnet, die vor Wildwechsel warnen. Kostenpflichtiger Inhalt Nach WZ-Informationen hat es dieses Jahr bereits 21 Zusammenstöße mit Rehen gegeben.

Das ist die erste Maßnahme der Stadt - weitere sollen folgen. In Frage käme eine geringere Fahrgeschwindigkeit, Wildwarnreflektoren an Straßenleitpfosten und ein starker Beschnitt der Pflanzen am Straßenrand, um die Sicht zu verbessern, erklärte ein Stadtsprecher in einer Mitteilung. Angedacht sei ein runder Tisch zur Erörterung des Themas, das fast ganz Krefeld betreffe. „Mit Wildtieren muss außer im direkten Innenstadtbereich fast überall im Krefelder Stadtgebiet gerechnet werden“, sagte Katrin Gardner, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Verbraucherschutz.

Wildunfälle passieren besonders häufig während der Paarungszeit von Mitte Juli bis Mitte August sowie während der dunklen Herbst- und Wintermonate. Über den gesamten Jahresverlauf ist das Wild während der Dämmerung am aktivsten - dann kommt es oft zu Verkehrsunfällen.

„Autofahrer sollten sich deshalb insbesondere während dieser Zeiten stets mit erhöhter Aufmerksamkeit im Straßenverkehr bewegen“, so Gardner. „Sofern Verkehrsteilnehmer Rehwild im Straßenverkehr begegnen, ist jederzeit mit dem Erscheinen weiterer Tiere zu rechnen, da diese meist in Gruppen anzutreffen sind. Oftmals überqueren also mehrere Tiere hintereinander die Straße.“

Nach einem Wildunfall ist es die Pflicht des Autofahrers noch am Unfallort die Polizei unter der Notfall-Rufnummer 110 zu kontaktieren. Falls dies versäumt werde, handele es sich mindestens um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis 5000 Euro geahndet werden kann, teilte die Stadt mit. Sofern das Wildtier aufgrund von Verletzungen und einer ausbleibenden Meldung unnötig leide, können strafrechtliche Ermittlungen aufgrund des Tierschutzgesetzes erforderlich werden.

An diesen Orten in Krefeld häufen sich Wildunfälle

Auf dem Europaring zwischen der Werner-Voß-Straße und der Moerser Straße kamen 2020 bisher acht Rehe um, im Vorjahr waren es neun.

Im Hülser Bruch gibt es gleich mehrere Stellen, an denen es häufig zu Wildwechsel kommt: Auf der Nieper Straße in Höhe einer Gärtnerei, auf dem Flünnertzdyk in Höhe des Tierheimes und auf dem Steeger Dyk an der Ecke Am Vobis sowie an der Ecke Sprudeldyk. Hier kam es in diesem Jahr zu sieben Unfällen mit Rehen, 2019 zu zehn.

Benrad-Süd zählt ebenfalls zu den Schwerpunkten mit Unfallhäufung, und zwar die Hückelsmaystraße zwischen der Gladbacher Straße und Anrather Straße und die Anrather Straße zwischen dem Bahnübergang und der Ecke Hückelsmaystraße. 2020 wurden hier bei Wildunfällen sechs Rehe getötet, 2019 waren es zwölf.

(red)