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Theodor Pelster hat seinen Schülern aus den eigenen Büchern vorgelesen

Schulbuchautor : Sprache ist seine Leidenschaft

Theodor Pelster ist nicht nur engagierter Pädagoge gewesen, sondern auch ein ambitionierter Schulbuch-Autor.

Deutsche Sprache ist die Leidenschaft von Theodor Pelster. Mit Liebe und Engagement hat sie der Pädagoge an seine Schüler weitergegeben, hat die Mädchen und Jungen gefordert und gefördert. Nicht nur das: Der heute 81-Jährige konnte im Unterricht oft auf die eigenen, selbst verfassten Lehrbücher zurückgreifen. Nach der Pensionierung ist mit dem Autorenleben noch längst nicht Schluss. Die Bücherstapel auf dem Tisch sind beträchtlich, die Werke tragen Titel wie: „Deutsch Oberstufe – Sprache und Literatur“, „Arbeitsbuch Deutsch – Literaturepochen: Klassik“ oder „Deutsch Sprach- oder Lesebuch.“

Pelster erzählt, wie es dazu kam: „Es war die Zeit der 68er. Ich habe in der Lehrerfortbildung gearbeitet und bin dafür quer durch Deutschland gefahren. Es ging viel um Sprache und Politik. Mein entsprechender Artikel in der Zeitschrift ,Wirkendes Wort’ hat den Leiter eines Schulbuchverlages auf mich aufmerksam gemacht. Er fragte an, ob ich ein Schulbuch schreiben wollte. Mit Vergnügen sagte ich zu.“ Es wurde ein durchschlagender Erfolg.

Was für ihn das Besondere war: „Es war eine Rehabilitierung der Rhetorik. Nach dem Zweiten Weltkrieg war jeder, der gut reden konnte, ein schlechter Mensch. Da war es wichtig, zu erkennen: Was will ein Redner, was kann er und wie ist er zu beurteilen?“

Sensationell sei es auch gewesen, Reden aus der DDR zu analysieren. Pelster: „Es hat geholfen, dass ich über ,Sprache im geteilten Deutschland’ promoviert hatte.“ Als dann die Schulreform mit dem Kurssystem, sprich: Grund- und Leistungskursen, kam, wurden andere Bücher benötigt. Der Krefelder Pädagoge, der neben Deutsch auch Geschichte und Sport am Fichte-Gymnasium unterrichtete, war wieder gefragt. In seinen neuen Werken ging es um Rhetorik, Presse und Theorien der Interpretation.

„Als ich dann eine Anfrage von einem Bayerischen Verlag bekam, war ich geadelt“, sagt der 81-Jährige. „Es wurde ein Arbeitsbuch Deutsch über Literatur-Epochen vom Mittelalter bis zum Barock.“ Zuerst habe er pro Werk ein Jahr bis zur Fertigstellung gebraucht, später lief es in der Hälfte der Zeit. Spaß habe es ihm gemacht, die erstaunten Schüler aus eigenen Büchern zu unterrichten, erzählt er weiter. Pelster ist selbst gerne zur Schule gegangen, Lehrer war sein Traumberuf. „Es war eine besondere Herausforderung, die Mädchen und Jungen an Sprache und Literatur heranzuführen, sie zu fördern und zu verhindern, dass sie scheiterten. Manche Schüler kommen mit aufmunternden Worten und Hilfestellung weiter und können so die nächste Hürde bewältigen.“

Vertrauen war ihm wichtig. So nahm er mit seiner Klasse Effi Briest durch, die Geschichte von einem jungen Mädchen und ihre durch ihre Eltern organisierte Ehe. „Da fragte mich eine Schülerin: ,Und wie ist das in Ihrer Ehe?’, das waren die Fragen die ich mochte. Meine Antwort lautete: ,Es ist außerordentlich schwierig, den Partner zu verstehen.“