Telefonaktion zur Organspende: Das Alter ist kein Hindernis

Telefonaktion zur Organspende: Das Alter ist kein Hindernis

Organe spenden können Senioren ebenso wie Menschen mit Diabetes. Experten beantworteten zahlreiche Fragen zum Thema.

Krefeld. Die prägnanteste Frage kommt von einem männlichen Anrufer: „Ist es egal, wie alt man ist, wenn man Organspender sein möchte?“ Die Antwort ist ein eindeutiges „Ja“. Am WZ-Telefon beantworten drei Experten alle Fragen zum Thema Organspende. Die anderen Anrufer sind allesamt Frauen.

„Auch bei der anstehenden Reform des Transplantationsgesetzes muss die Entscheidung zur Organspende freiwillig bleiben“, betonen die Fachleute. Es sind dies mit Roland Besser, Chefarzt der Neurologie und Dieter Bach, Chefarzt der Medizinischen Klinik III mit Schwerpunkt Nephrologie, zwei Professoren des Helios-Klinikums. Ebenfalls anwesend ist Thomas Meertz, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg.

So fragt eine Frau, ob sie auch mit einer Diabetes- und Bluthochdruck-Erkrankung später Organspenderin sein kann. „Auch das ist möglich. Die Organ-Qualität wird in jedem einzelnen Fall genau überprüft.“

In der Regel sind gesunde Menschen auch als Lebendspender geeignet, die durch die Organ-Entnahme keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten haben. Außerdem müssen Spender und Empfänger in einer Beziehung zueinander stehen.

„Die Beziehung kann partnerschaftlicher oder familiärer Art sein, indem beispielsweise Eltern für ihre Kinder spenden, in selteneren Fällen ist es umgekehrt.“ Es gebe auch die Möglichkeit des so genannten Crossover bei einer Lebendnierenspende. Unter dieser Überkreuz-Methode wird eine Transplantation zwischen zwei Paaren, die nicht gegenseitig selbst spenden können, verstanden. „Dann spenden die gesundem Partner des einen, den kranken des anderen Paares.“

Es gibt auch die Spende „Alt-für-Alt“. Das Programm ist für Menschen von 65 Jahren und älter gedacht.

Jede Organentnahme wird bei „Eurotransplant“, der Transplantationszentrale für sieben europäische Länder, registriert und medizinisch verwaltet. Auswahlkriterien sind Dringlichkeit, Blutgruppe, Erbmerkmale und Wartezeit.

Alles muss im Falle des Falles sehr schnell gehen. Eine Niere ist beispielsweise in einer entsprechenden Konservierungslösung 36 Stunden haltbar. Die Zeit für Herz oder Leber liegt bei unter zehn Stunden. Die Anonymität wird in jedem Fall gewahrt.

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