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SWK versprechen: Keine höheren Strom- und Gaspreise

SWK versprechen: Keine höheren Strom- und Gaspreise

Der Energieversorger hält trotz höherer Netzentgelte die Preise stabil, weil er in den letzten Jahren Energie günstig eingekauft hat.

Krefeld. „Die Strom- und Gaspreise in Krefeld bleiben auch 2018 stabil.“ Das hat am Dienstag SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke verkündet. Nach jüngsten Presseberichten und der Ankündigung verschiedener Netzbetreiber mussten die Verbraucher in Krefeld zunächst befürchten, dass auch die Stadtwerke die Preise für Strom und Gas erhöhen.

Dass es keine Preiserhöhung gibt, ist keineswegs selbstverständlich, weil laut Liedtke 79 Prozent des Strompreises auf Abgaben, Umlagen, Steuern und Netznutzungsentgelten beruhen und von den SWK nicht beeinflussbar sind. Verbleiben als Gestaltungsspielraum neben Vertrieb und Kundenservice mit acht Prozent noch 13 Prozent für den Energieeinkauf. Dieser Spielraum von insgesamt 21 Prozent betrug 2016 noch 25 Prozent und werde immer kleiner.

Liedtke spricht von cleverer Einkaufsstrategie, den Strom in den letzten Jahren zu günstigen Beschaffungskosten eingekauft zu haben. „Diesen Vorteil geben wir jetzt wie versprochen an die Kunden weiter. Wer sich nicht rechtzeitig mit günstigem Strom eingedeckt hat, dessen Kunden müssen im nächsten Jahr mehr zahlen.“

Eigentlich hätten die Preise steigen müssen, denn drei von vier Netzbetreibern kündigten steigende Nutzungsentgelte an. Am stärksten fällt die Erhöhung mit 45 Prozent zum 1. Januar 2018 ausgerechnet bei Amprion aus, das für die Stromversorgung eines Großteils von NRW und auch von Krefeld zuständig ist.

Kerstin Abraham, Vorstand

Die Gründe: längere Energietransporte und weit auseinanderliegende Erzeugungs- und Abnahmestellen sowie schwankende Einspeisung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Die Crux: Die Windanlagen stehen zum großen Teil im Norden, die abnehmende Industrie ist eher im Westen und Süden zu Hause.

Dadurch habe sich der Transportweg im Vergleich zu früher versechsfacht, was außerdem zu Energieverlusten führt. Darüber hinaus stockt der Rohrleitungsbau, verzögert durch langfristige Genehmigungsverfahren.

Etwa ein Zehntel der prozentualen Erhöhung der Netznutzungsentgelte schlägt sich im Strompreis für den Verbraucher nieder. Macht 4,5 Prozent Mehrbelastung beim Kunden, wodurch sich seine Mehrkosten bei einem durchschnittlichen Stromjahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden auf knapp zehn Euro belaufen. Entlastet wird der Verbraucher hingegen durch gesunkene Steuern und Abgaben, so dass sich die Mehrbelastung auf 5,70 Euro pro Kunde reduziert. „Diese Mehrbelastung können wir auffangen, und dank intelligenter Strombeschaffung in den Vorjahren die Preise im nächsten Jahr stabil halten“, erläutert Vorstand Kerstin Abraham.

Abraham und Liedtke beklagen vor allem politisch motivierte Entscheidungen. So sei nicht nachvollziehbar, dass NRW bei den geplanten Veränderungen der Netzentgelte in den Regelzonen für 2018 schlechter wegkomme, nur weil es weniger Windräder habe, sagt Liedtke.

Kerstin Abraham sieht darin sogar eine Gefährdung des Standorts NRW. Im Osten Deutschlands, wo die Netzentgelte noch auf höherem Niveau als im Westen liegen, sollen per Modernisierungsgesetz die Gebühren schrittweise angeglichen werden, was zu einem weiteren Preisanstieg für die Region führe.