1. NRW
  2. Krefeld

Surfpark: Widerstand der Anwohner

Bebauungsplan : Surfpark: Anwohner fürchten Lärm und Verkehr

Der Bebauungsplan für das Millionen-Projekt wurde der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt — der Andrang war groß.

Für 47 Besucher ist der Medienraum der Entsorgungsgesellschaft Krefeld unter Corona-Bedingungen geeignet, fast doppelt so viele sind gekommen. Das Interesse an der ersten Bürgeranhörung für den neuen Surfpark am Elfrather See ist so groß, dass sich eine lange Schlange vor dem Eingang bildet. Da nicht alle Besucher hinein dürfen, wird es eine zweite Veranstaltung im November geben.

Neben Krefeldern waren auch Anlieger aus Moers und Duisburg gekommen. Sie alle fragen sich: Welche Auswirkungen wird das 25-Millionen-Euro-Projekt für den Elfrather See und seine Umgebung haben? Die Sorge vor großen Verkehrsströmen und viel Lärm in ihrer Nähe in Zusammenhang mit der neuen Anlage ist groß.

„Mit der Entwicklung des Surfparks geht ein Masterplan für den Elfrather See einher, um ihn zu einem Erholungs- und Sportpark weiterzuentwickeln“, betont Ralf Banning, Projektleiter für den Bereich, bei der Vorstellung. Der Park soll Besucher aus der ganzen Region nach Krefeld ziehen. Die Planungen laufen, entschieden sei aber noch nichts, betonen die Verantwortlichen. Sowohl für die Sonderbaufläche des Surfparks als auch den geplanten Campingplatz muss ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden.

Die Besucherströme und der damit verbundene Verkehr machen den Bürgern besonders an Reitweg, Asberger- und Ratherstraße Sorgen. „Schon jetzt ist der Verkehr aus Hüls und Kempen im Sommer auf der Rather Straße eine Katastrophe“, berichtet ein Bürger. Ein Anlieger vom Reitweg erklärt, dass der Durchgangsverkehr vor der Haustür bereits jetzt erheblich und die Boden-Belastung in der Nähe des früheren Bergbaugebietes Moers groß sei, auch ohne Surfpark und seine Wellen. „Wie soll der Verkehr geregelt werden, wenn die 200 000 Besucher zum Surfpark fahren?“, lautet die Frage der Besucher.

Uerdingens Bezirksvorsteher Jürgen Hengst erklärt als Moderator der Veranstaltung, dass der Verkehr das Kernthema sei. „Der Weg von der A57 über Charlottering und Parkstraße ist sinnvoll. Ein Gutachten wird genau aufzeigen, was geht.“ Er möchte, dass die Parkstraße ab Entsorgungsgesellschaft Richtung Norden bis zur Einfahrt des Surfparks ausgebaut und endlich die genormte Breite, samt Fuß- und Radweg, erhält, damit die Besucher diesen Weg nehmen. Ludger Walter, der Chef der Bauleitplanung, ergänzt: „Die Planung kann Dinge ändern, die schon da sind, wie auf dem Reitweg. Die Asberger Straße schließen, das geht nicht.“

„Wir in Vennikel befürchten das ganze Jahr Kirmes“, lautet eine Aussage. „Welche Kosten entstehen der Stadt? Was ist, wenn sich die Anlage nicht rentiert?“, fragte eine andere Besucherin. Und: „Was hat der Bürger davon, der nicht 50 Euro Eintritt zahlen kann? Das alles für ein paar Wellenreiter?“ Oder: „Man kann den Elfrather See auch verbessern ohne Surfpark, wir werden Freizeitwert verlieren“, waren weitere Einwände. Die Kosten für die neue Anlage – rund 25 Millionen Euro – trägt der Investor, der deutsche Projektentwickler Elakari.

Dessen Vertreter erklärt: „Das Surfen ist die weltweit am schnellsten wachsende Trendsportart. 77 Surfparks sind weltweit in Entwicklung. Und auch Camping – das hat Corona gezeigt – liegt im Trend, die Leute bleiben im Land.“ Surfen werde olympisch, man wolle auch jungen Leuten die Gelegenheit bieten, den Sport zu betreiben. „In Langenfeld gibt es eine stehende Welle, Eintritt 35 Euro. Die Anlage ist stets ausgebucht.“ Dafür gab es Applaus, wie auch für den einen oder anderen Einwand.

Das Naherholungsgebiet sei in zehn Jahren ohne Entwicklung unter Umständen ein Schandfleck, findet Hengst. „Es hat bereits mehrere Investorenanfragen in der Vergangenheit für das Gebiet gegeben, die als nicht geeignet erachtet wurden. Die Surfanlage passt gut. Sie hat eine breite Mehrheit in den Parteien gefunden.“ Für Jogger und Hundebesitzer beispielsweise bleiben alle Wege offen. Auch um die eingezäunte Surfanlage herum. Neben dem Verkehrsgutachten werden auch die Auswirkungen des Freizeitlärms untersucht. Beispielsweise auch derjenige, der von den Wellen ausgeht.