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Supermarkträuber:m Mehr als sieben Jahre Haft für Drahtzieher der Raubüberfälle

Supermarkträuber:m Mehr als sieben Jahre Haft für Drahtzieher der Raubüberfälle

Monatelang versetzte ein junges Quartett Supermarkt-Angestellte in Angst und Schrecken und erbeutete 50 000 Euro.

Wenn ihnen das Geld ausging, schlugen sie wieder zu. Die Supermärkte Rewe, Norma, Netto und Kaiser’s waren ihr Ziele. Monatelang gingen Jamil H., Kevin P., Christopher M. und Collin M. in Krefeld und Mönchengladbach auf Beutezug. Insgesamt entstand ein Schaden von 50 000 Euro. Deshalb wurde ihnen vor dem Landgericht der Prozess gemacht. Am Dienstag fielen die Urteile.

„Wenig Gewalt anwenden“ wollte die Gruppe, die in wechselnden Zusammensetzungen auftrat. Doch besonders bei der Tat in einem Norma-Markt in Mönchengladbach eskalierte die Situation. Die Täter machten die Angestellten mit Reizgas und körperlicher Gewalt gefügig.

Angefangen hatten Jamil H. und Kevin P. im Jahr 2010 mit einem schweren Diebstahl auf der Philadelphiastraße. Die Führungsrolle, wie die Staatsanwältin erklärte, kam Jamil H. zu. „Ohne ihn hätte es keine der Taten gegeben.“ Im Tatzeitraum war Jamil H. bereits erwachsen und wurde deshalb vom Landgericht Krefeld auch nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

Zehn Jahre Haft forderte die Staatsanwältin, auch weil der junge Mann nichts aus seinen zahlreichen Vorstrafen und einer Jugendhaft gelernt hatte. Das Gericht entschied aufgrund der besonders schweren räuberischen Erpressung in Mönchengladbach auf sieben Jahre und sechs Monate Haft.

Jamil H. behielt sich als einziger Angeklagter vor, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. Er quittierte das Urteil mit Kopfschütteln. Rechtskräftig verurteilt ist dagegen Kevin P., der vier Jahre Jugendstrafe verbüßen muss.

Sichtlich erleichtert war Christopher M., der trotz seiner eigenen Bedenken an zwei Überfällen beteiligt gewesen war, bei den Zeugen jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Er kam mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon.

Drei Jahre lang muss sich Christopher M. nun beweisen und die Auflagen erfüllen. Dies gilt ebenso für Collin M., den Jüngsten der Gruppe. Er erhielt ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung.