Sturm fegt Lkw von der Autobahn

Sturm fegt Lkw von der Autobahn

Orkantief Burglind ist auch an Krefeld nicht spurlos vorübergezogen. Die Feuerwehr verzeichnet „erhebliche Sachschäden“.

Krefeld. Sturmtief Burglind ist gestern über ganz NRW hinweggefegt — Krefeld ist dabei zwar nicht völlig, aber zumindest von schlimmeren Schäden verschont geblieben. „Es gab zum Glück keine Verletzten, die Stadt ist glimpflich davon gekommen“, zieht Ralf Tebarts, Einsatzleiter bei der Feuerwehr, am Mittwochnachmittag ein erstes Fazit. „Erhebliche Sachschäden“ habe Burglind dennoch angerichtet.

Foto: samla

In den frühen Morgenstunden hatte der Deutsche Wetterdienst eine Warnung vor starken Sturmböen für Krefeld und umliegende Städte wie Düsseldorf, aber auch Wuppertal, den Kreis Neuss sowie den Kreis Viersen herausgegeben. Während die Polizei in Duisburg etwa bereits in den frühen Morgenstunden zu 40 Einsätzen ausrückte, blieb die Lage in Krefeld weitgehend entspannt: „Hier und da ein paar heruntergefallene Dachziegel und umgeknickte Bäume, aber nichts Dramatisches“, vermeldet die Leitstelle der Krefelder Polizei. Spektakulärster Einsatz war wohl der am Mittwochmorgen auf der A 44. Dort war gegen 9.30 Uhr ein Lkw auf der Autobahnauffahrt Forstwald in Richtung Mönchengladbach durch einen starken Windstoß umgekippt und in die Leitplanke gedrückt worden. Die Auffahrt musste zeitweise gesperrt werden. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Etwa 25 Mal musste die Krefelder Feuerwehr bis gestern Mittag ins gesamte Stadtgebiet ausrücken — im Laufe des Tages erhöhte sich die Zahl der Einsätze auf 40. Am heftigsten hatte Burglind bis dahin in Oppum gewütet: Hier war am Morgen die Baumkrone einer 18 Meter hohen Pappel auf drei auf der Straße Weiden geparkte Autos gestürzt und hatte diese dabei schwer beschädigt, wie Einsatzleiter Tebarts berichtet.

Die Überreste des Baumes mussten von Experten des Fachbereiches Grünflächen zurückgeschnitten werden. Einen weiteren Sturmschaden gab es am Drieschweg, wo eine Tanne auf das Glasdach eines Wintergartens stürzte. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand. Zudem hätten etliche weitere Bäume im ganzen Stadtgebiet den Windböen nicht standgehalten und seien umgekippt, andere, die umzustürzen drohten, habe die Feuerwehr absichern können.

Die Beeinträchtigungen für den Verkehr hielten sich jedoch in Grenzen, heißt es von der Feuerwehr. Es sei keine der größten und wichtigsten Ausfallstraßen betroffen gewesen. „Wir haben durch den Sturm ordentlich Einsätze, hauptsächlich durch auf der Straße liegende Äste. Es waren aber keine größeren Straßensperrungen nötig“, erklärt ein Sprecher, betont aber: Wegen der „weiter andauernden, zum Teil kräftigen Böen, rechnet die Feuerwehr damit, dass im Laufe des Tages noch weitere Einsätze folgen werden“.

Für die Mitarbeiter der Gesellschaft für Straßenreinigung und Abfallwirtschaft sei Orkantief Burglind „nichts Außergewöhnliches. So schlimm war es nicht, da haben wir schon Extremeres erlebt, bei Kyrill etwa“, sagt GSAK-Geschäftsführer Wilfried Gossen. Für erschwerte Arbeitsverhältnisse auf den Straßen habe Burglind dann aber doch gesorgt: „Unsere Kehrmaschinen haben durch die ganzen, auch größeren, heruntergefallenen Ästen auf den Straßen größere Probleme als an normalen Tagen“, erklärt Gossen.

Der Bahn bereitete der Sturm am frühen Morgen Probleme: So stellte die Bahn wegen Schäden, etwa durch umgestürzte Bäume im Gleisbett, zeitweise unter anderen den Betrieb zwischen Aachen und Krefeld ein. „Die Lage entspannt sich“, sagte ein Bahnsprecher am Mittwochnachmittag, die Aufräumarbeiten dauerten aber an. Daher müssten Fahrgäste den ganzen Tag über mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.

Gute Nachrichten gibt es vom Krefelder Meteorologen und Geschäftsführer des Wetterdienstes Energy Weather, Robin Girmes: „Der starke Wind wird in der Nacht zu Donnerstag nachlassen“, prognostiziert er am Mittwochnachmittag. Für weitere stürmische Tage hat der Wetterexperte einen Tipp: „Wenn die Böden durch starken Regen durchnässt sind, kippen Bäume leichter um — ein Spaziergang durch den Hülser Bruch oder andere Wälder ist dann keine gute Idee.“