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Studie: Ufo am Uerdinger Bahnhof?

Studie: Ufo am Uerdinger Bahnhof?

Eine Skizze zeigt erstmals, was die Bahn sich auf dem Areal vorstellen könnte. Die Politik wendet sich mit Grausen ab.

Krefeld. Ein Ufo könnte es sein, vielleicht auch ein Ozeanriese. Er geht in Uerdingen vor Anker, gleich neben dem historischen Bahnhofsgebäude. Bisher existiert das Ungetüm nur in einer Machbarkeitsstudie. Doch was machbar ist, dürfte für die Grundstückseigentümer auch denkbar und realisierbar sein — das Areal gehört der Deutschen Bahn.

Die Bahn war es auch, die besagte Studie im Auftrag der Stadt erarbeitet und vorgestellt hat. Mit ihrer Präsentation haben die Experten des Unternehmens den Runden Tisch zur Zukunft des Geländes vorerst gesprengt (wir berichteten). Von einer „Sauerei“ und unfairem Geschäftsgebaren war danach die Rede.

Denn eigentlich planen Investoren im Bahnhof ein Brauhaus mit Saal, Kiosk und Biergarten, sie haben bereits einen sechsstelligen Betrag investiert. Nach dem Gebäude wollten sie der Bahn auch Teile des Grundstück abkaufen, doch plötzlich zog der Konzern eigene Baupläne aus dem Hut — inklusive gastronomischer Konkurrenz, wie die Investoren vermuten.

Was tatsächlich in dem modernen Glaskasten unterkommen könnte, bleibt offen. Büros oder Einzelhandel sind denkbar, vielleicht ein Fitnesscenter. Das Erdgeschoss scheint geradezu prädestiniert für Gastronomieketten aller Art. In diesem Fall wäre die Brauhaus-Idee mausetot.

Der städtische Baudezernent Thomas Visser möchte das gern verhindern. Er hofft auf eine Annäherung in der nächsten Runde des Runden Tisches. Das „monumentale Gebäude“ aus der Skizze der Bahn hält Visser für eine Art Platzhalter: „So eine Form wird es sicher nicht haben. Da soll kein maritimes Wahrzeichen hin, sondern etwas, das zu Uerdingen passt.“

Von einer „wilden Vision“ der Bahn-Vertreter spricht auch Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski (CDU). „Die wollen mit ihrem Vorschlag sicher nur eine Diskussion anstoßen“, hofft er. Eine Bebauung des Platzes links vom Bahnhof sei prinzipiell denkbar, sagt Jakubowski: „Aber dieses Ding wird es nicht geben. Dann können wir ja gleich das Seidenweberhaus nach Uerdingen holen.“