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Verkehr: Start für A 57-Ausbau schon im Jahr 2017

Verkehr : Start für A 57-Ausbau schon im Jahr 2017

Die Bauzeit für den Kernabschnitt Krefeld ist mit vier Jahren veranschlagt. Lärmschutzwände sind über fünf Meter hoch.

Krefeld. Bereits im kommenden Jahr soll zwischen Oppum und dem Kreuz Meerbusch mit dem Ausbau der Autobahn A 57 auf sechs Fahrspuren begonnen werden. Das kündigten vor dem Bau- sowie dem Planungsausschuss Vertreter des zuständigen NRW-Ministeriums und des Straßenbaubetriebs Straßen NRW an. „Krefelds größte Baustelle“, sagte SPD-Sprecher Jürgen Hengst, mit der die Krefelder, vor allem aber die Anwohner, mehrere Jahre lang zwischen Gartenstadt und der Geismühle leben müssten.

Michael Kaufmann, Projektleiter von Straßen-NRW, spricht bei der Vorstellung der drei Ausbauabschnitte von einer Bauzeit für den Kernabschnitt Krefelds von „voraussichtlich vier Jahren“. Da es sich jedoch um eine „Wanderbaustelle“ handele, seien die Anwohner jeweils nur mehrere Monate lang von den Bauarbeiten betroffen. Für den Bauablauf kündigte Kaufmann „größtmöglichen Schutz der Anwohner“ an. Deshalb sollten die Lärmschutzwände bereits vor Beginn der eigentlichen Arbeiten installiert werden.

Kaufmann begründet den Ausbau unter anderem damit, dass für das Jahr 2030 mit einem Verkehrsaufkommen von rund 100 000 Fahrzeugen pro Tag zu rechnen sei. Die im Stadtgebiet von Krefeld im Jahre 1972 fertiggestellte Verbindung zwischen den Niederlanden und dem Großraum Köln/Bonn wird den heutigen Anforderungen bereits nicht mehr gerecht. Der Ausbau, so Kaufmann, zeitige auch eine nicht geringe Entlastung für das innerstädtische Straßennetz in Krefeld.

Die gläsernen Lärmschutzwände seien mit Ausnahme an der Geismühle (4,5 Meter) durchweg zwischen 5,5 und 7,5 Meter hoch und nach innen gewölbt, so Kaufmann. Einen weiteren Schutz verspricht er sich von zusätzlichen Wänden, die im Mittelstreifen aufgestellt würden.

Neben den Lärmschutzwänden bringe auch der offenporige Asphalt (OpA), der sogenannte Flüsterasphalt, deutlich Minderung der Lärmemissionen mit sich. Je nach Abstand zur Autobahn betrage die Lärmminderung zwischen fünf und zehn Dezibel.

Auswirkungen auf das städtische Straßennetz beim Abriss beziehungsweise Umbau der insgesamt 16 Brückenbauwerke seien nicht zu vermeiden. Sperrungen sollen aber, so Kaufmann, nach Möglichkeiten auf die Wochenenden beschränkt bleiben.

Als möglichen Baubeginn für die Rast- und Tankanlage Geismühle sieht Kaufmann das Jahr 2019. Dort sollen unter andrem Parkplätze für rund 200 LKW entstehen.

Michael Heinze, leitender Ministerialrat im Düsseldorfer Verkehrsministerium, ging Punkt für Punkt den Wunsch- oder Forderungskatalog durch, den der Stadtrat im April 2011 verabschiedet hatte. Damals hatte sich, wie CDU-Sprecher Jürgen Wettingfeld formulierte, eine „Achse der Vernunft“ von der Forderung nach einer Tunnel-Lösung verabschiedet. Heinze betonte: „Sie können sich überzeugen, dass wir ein zuverlässiger Partner sind. Wir werden alle ihre Vorschläge realisieren.“ Keinen Einfluss habe sein Ministerium hingegen nur in einem Punkt: „Der Bau einer zweiten Brücke über den Rhein ist alleine Sache des Bundes.“

Jürgen Hengst freute sich insbesondere über die Unterstützung von Bund und Land bei der künftigen Nordanbindung des Hafenverkehrs an die B 288. „Endlich ziehen hier alle Beteiligten an einem Strang. Das bringt uns einer Lösung dieses Problems näher“, meinte Hengst.