Zoo feiert Saisoneröffnung im Schmetterlingshaus

Zoo : Die Schmetterlinge flattern los

Der Bereich der Falter im Dschungel-Haus ist seit dem Wochenende für die Besucher wieder geöffnet.

Schmetterlinge sind anders. Sie schmecken mit den Füßen und riechen mit den Fühlern. Und wenn die vielen leuchtend blauen Morphofalter bei der Eröffnungsfeier ihres Dschungel-Hauses lustig umeinander flattern, hat das nicht unbedingt etwas mit purer Lebensfreude, sondern mit Revierkämpfen zu tun. Jede Menge Infos gibt es für die großen und kleinen Besucher, die am Wochenende scharenweise zur Saisoneröffnung des Schmetterlingshauses in den Zoo kommen.

Der Atlasspinner hat eine Spannweite von 30 Zentimetern

Mit Alina Kühnel und Andreas Bäumler stehen zwei Ehrenamtliche vom Zooführer-Team für die vielen Fragen der Besucher parat. Sie wissen auf alles die passende Antwort. Im Schmetterlingshaus flattern immer rund 20 bis 50 Arten um die Köpfe der Besucher. Im vergangenen Jahr waren es sogar einmal 90. „Manche leben einige Tage, andere maximal ein Jahr“, berichtet der Fachmann. Und er scheint beinahe jeden einzelnen Falter zu kennen.

„Sieben Tage erfreut sich beispielsweise ein Atlasspinner seines Lebens, der mit 30 Zentimetern Spannweite zu den größten Schmetterlingen der Welt gehört.“ Er wurde nach dem Titan Atlas aus der griechischen Mythologie benannt. Wiegen manche Falter nur ein Gramm, hat der Totenkopf-Schwärmer das Gewicht einer Zigarettenschachtel.

Kinder recken staunend
ihre Köpfe in die Höhe

Die Kinder staunen und recken die Hälse. Doch keines der schönen Insekten will sich auf ihre Hände oder den Kopf setzen. „Da müssen die Menschen erst richtig schwitzen“, berichtet Bäumler. „Den Geruch mögen besonders die blauen Morpho-Edelfalter.“ Anfassen können die Kinder jedoch die farbigen Insekten, die ihr Schmetterlingsleben hinter sich haben. Manche wiegen nur ein Gramm, liegen wie ein Hauch auf der Hand.

Als Erinnerung bekommen die Mädchen und Jungen im Vorraum des Hauses einen Schmetterlingsstempel auf den Handrücken. Die Erwachsenen informieren sich an der Stellwand über die Sinne der Tiere. Kerim (3) und Ravzanur (5) freuen sich, dass das Schmetterlingshaus nun wieder bis zum Ende der Herbstferien geöffnet hat. „Wir kommen oft in den Zoo“, berichtet die Mutter. Annemaria Schmidt hält ihren Enkel Matti (2) auf dem Arm, damit er nicht in den Wasserlauf fällt. „Uns gefallen alle Tiere, auch Esel, Alpakas, Pinguine und Schildkröten“, erklärt Schmidt.

Zurück zum Schwitzen: das ist in dem 145 Quadratmeter großen Haus nicht schwer. „Hier herrschen zwar nur 27 Grad Celsius, aber 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.“ Schon der Gedanke daran lässt den Schweiß fließen. Die Schmetterlinge, deren Puppen alle drei Wochen aus Costa Rica, Malaysia und bald auch aus Afrika eingeflogen werden, fühlen sich wohl.

Hunderte Puppen hängen zusammen im Schlüpfschrank

Sie hängen dann zu Hunderten aufgereiht im Schlüpfschrank. Bei den größeren Puppen knistert es leise, wenn der Falter schlüpft. Der Monarchfalter hat es geschafft und bewegt seine Flügel. Bäumler: „Wir lassen die Schmetterlinge im Schrank, bis die Besucher gegangen sind. Denn die Insekten müssen erst noch Blut in die Flügel pumpen, um sie gebrauchen zu können. In dieser Zeit könnte etwas geschehen.“

Auch auf dem Hibiskus geschieht etwas: Der Passionsblumenfalter hat sich eine Partnerin ausgeguckt. Ein Stunde tanzt er nun schon um sie herum und hofft damit, auch ihr Interesse zu wecken. Die Auserwählte bleibt sogar sitzen. Augenscheinlich ganz entspannt lässt sie sich die Werbung gefallen. Als er ihr aber näher kommt, fliegt sie zügig weg. Welch eine vergebene Liebesmüh.

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