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WZ-Mobil zum Projekt Rheinblick: „Es ist schade, dass nichts passiert“

WZ-Mobil zum Projekt Rheinblick: „Es ist schade, dass nichts passiert“

Beim WZ-Mobil zeigten sich viele enttäuscht, dass das Projekt Rheinblick vorerst gescheitert ist.

Uerdingen. Beim Projekt Rheinblick ist vorerst Stillstand angesagt. Denn das Oberverwaltungsgericht in Münster gab der Klage einem der Grundstücksbesitzer statt. Der ausgearbeitete Bebauungsplan ist unwirksam. Am WZ-Mobil konnten die Uerdinger ihre Meinung zum geplanten „Rheinblick-Projekt“ und zur voraussichtlichen Verzögerung äußern.

Einige Uerdinger haben Verständnis für die Einwände des Klägers Heinrich Yoksulian. Ulrich Bäumler pflichtet dem Grundstückseigner gar bei: „Ich freue mich über den Mut des Mannes und darüber, dass er recht bekommen hat.“

Dagegen wirft Gabriele Lichtenberg ein: „So ein Schmuckstück darf nicht von einem Einzelnen gestoppt werden. Es muss einen Weg geben, bevor sich gar nichts tut.“

Rolf Brauweiler bezeichnet sich selbst als Ur-Uerdinger und ist von den Vorzügen überzeugt: „Das wäre schön, der Blick auf Schiffe und Wellen. Ich würde das gerne noch erleben.“

Karin Amend ist aufgebracht. „Man kann doch nicht das ganze Projekt stoppen, nur weil es einem Einzelnen nicht passt“, sagt sie. Schließlich sei das Rheinblick-Vorhaben „ein Gewinn für ganz Krefeld und eine schöne Anlaufstelle zum Spazierengehen und Kaffee trinken am Wochenende“. Ihre Tochter sammle jetzt sogar Unterschriften pro Rheinblick.

Birthe Amend plant aber noch viel mehr, als nur Unterschriften zu sammeln. „Ich mache mich gerade schlau, wie man am besten ein Bürgerbegehren ins Leben ruft“, erzählt sie. Die genaue Urteilsbegründung will sie gar nicht erst abwarten. In Uerdingen hätten in letzter Zeit viele Gaststätten und Treffpunkte gerade für junge Leute ab 20 zugemacht, klagt Amend, die auf das gescheiterte Projekt große Hoffnungen setzte. „In Facebook gibt es eine Gruppe ’Wir sind Uerdingen’ mit über 300 Leuten“, berichtet die 51-Jährige. Dort erhalte sie viel Zuspruch und hoffe daher auf breite Unterstützung für ihr Vorhaben.

Auf Ruth Baums Unterstützung kann sie ebenfalls zählen: „Die Ecke ist seit 30 Jahren ein Schandfleck. Es wird höchste Zeit, dass dort etwas Vernünftiges hinkommt.“

Das findet auch Hildegard Tasch: „Es ist schade, dass nichts passiert. Ein neues Lokal wäre schön.“

„Die Rheinpromenade ist ein Trauerspiel, richtig verwahrlost“, meint Clemens Casper. Aber er akzeptiert das Urteil des OVG Münster. „Da ist es egal, ob ein Einzelner klagt oder 1000.“

Bei Jürgen Matz überwiegt die Enttäuschung: „Leider wurde eine große Chance vertan. Wann hatte man in Uerdingen schon einmal so viel Eigeninitiative, um ein Projekt so einer Größenordnung umzusetzen.“ Deshalb hält er auch nichts von der Gerichtsentscheidung: „Auf das Urteil kann kein Mensch stolz sein, dem es um die Weiterentwicklung der Rheinstadt Uerdingen geht.“