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Wie jedes Jahr findet in St. Martin ein Weihnachtsfest für Bedürftige statt

Wünsche : Gesellige Runde für Bedürftige

Seit mehr als 40 Jahren helfen Hans Mörchen und seine Mitstreiter in der Pfarre St. Martin Menschen, denen es nicht so gut geht.

Es ist so weit: Weihnachten, das Fest der Liebe, steht vor der Tür. Während viele Familien an den Feiertagen mit ihren Liebsten zu Hause im Warmen sitzen, genügend zu essen haben und sich am Abend reichlich beschenken, gibt es in unserer Gesellschaft Menschen, denen es nicht so gut geht. Auch sie haben den Wunsch, in geselliger Runde mit jemandem zu feiern und nach langer Zeit mal wieder mit jemandem ins Gespräch zu kommen.

Diesen Wunsch erfüllt Hans Mörchen, Mitglied der Gemeinde Maria Frieden/St. Martin, seit fast 20 Jahren. „1999 habe ich angefangen, mich bei dieser schönen Weihnachtstradition, die 1973 von fünf Jugendlichen und einem Kaplan ins Leben gerufen wurde, zu engagieren“, erzählt er.

200 Bedürftige werden
zum Weihnachtsfest erwartet

Wie jedes Jahr erwarten der 75-Jährige und sein Team an die 200 Personen zu Heiligabend – und wie jedes Jahr sind die Karten ratzfatz ausverkauft. Die Nachfrage sei groß, weiß Mörchen. Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger, aber auch Gestrandete aus anderen Ländern, Kinder oder ältere Menschen, die niemanden mehr haben, kommen in den Saal der Pfarre St. Martin an der Ispelstraße. Sie alle verbindet eine Gemeinsamkeit: wenig Geld und Einsamkeit. Vor allem über die Weihnachtstage haben viele Menschen das Bedürfnis, nicht alleine sein zu wollen, erklärt Mörchen: „Auch ihnen ist das Gefühl von Weihnachten wichtig. Deshalb sorgen wir dafür.“ Keiner müsse Heiligabend alleine verbringen. Ihm sind Menschen zuwider, die auf andere herabsehen. „Ich würde mir wünschen, dass manche das wirklich lassen würden. Denn diejenigen, die zu uns kommen, können nichts für ihre Situation“, stellt er klar. Das würde ihm immer wieder im Gespräch mit den Gästen bewusst.

Damit es diesen auch über die Weihnachtstage gut geht, gibt es am Ende der Feier eine Geschenktüte, die unter anderem mit Konserven, Nudeln, Käse und anderen Leckereien gefüllt ist. Doch bevor die Bescherung beginnt, gibt es Kaffee, Kuchen und ein Festmahl mit Schweinebraten, Rotkohl und Klößen. Danach sorgt Musiker Charlie Niessen für ein kleines Rahmenprogramm. „Tatsächlich freuen sich aber viele über die Gelegenheit, mit anderen zu klönen“, sagt Mörchen.

Mit seinen 75 Jahren will er das Weihnachtsfest so lange organisieren, bis es nicht mehr geht. „Alle, die kommen, wünschen sich schöne und gesellige Weihnachten. Das verbindet uns.“