Zoo: Bei den Dickhäutern wird’s eng

Dass einer oder alle Elefanten den Krefelder Zoo verlassen müssen, ist noch lange nicht sicher. Fest steht aber: Ein Konzept zur Elefantenhaltung soll her, und die Debatte um die Zukunft der Tiere geht weiter.

Krefeld. "Es gibt keine Entscheidung oder einen Plan, einen oder alle drei Krefelder Elefanten abzuschaffen." Das stellte am Dienstag Zoochef Dr. Wolfgang Dreßen gegenüber der WZ klar. Er betonte, dass er sich an den Beschluss des Aufsichtsrates der gemeinnützigen Zoo GmbH vom vergangenen Jahr gebunden fühlt: Der hatte sich für die Elefantenhaltung in Krefeld ausgesprochen.

Allerdings sei klar, dass sich aufgrund der neuen europäischen Haltungsrichtlinien in den nächsten Jahren in Krefeld etwas ändern muss. "Ich habe den Kurator für das Revier damit beauftragt, ein Konzept für die Elefantenhaltung zu erarbeiten", sagt Dreßen. Kurator für das Großtierhaus ist Zootierarzt Martin Straube, eher ein Gegner der Elefantenhaltung im Krefelder Zoo. Er soll nun prüfen, ob ein Umbau des Großtierhauses ausschließlich für die Elefanten möglich ist, ob, wie Dreßen anmerkt, Tiere tatsächlich abgegeben werden müssen oder gar ein vierter Elefant dazu geholt werden kann.

Voraussetzung dafür ist freilich, dass die Spitzmaulnashörner dann eine eigene, ebenfalls Millionen teure eigene Anlage bekommen. Deren Lebensbedingungen sind derzeit keineswegs besser als die der drei Elefanten. Davu, der bald zweijährige Jungbulle, muss in Kürze abgegeben werden, denn Mutter Nane ist wieder trächtig. In Frühjahr rechnet der Zoo erneut mit einer Rhino-Geburt. Der Zoo steckt in einer Klemme, zumal andere Projekte als diese weiter vorn auf der Prioritätenliste stehen - etwa der neue Wirtschaftshof, die Vorhalle des Regenwaldhauses oder die Renovierung des Fachwerk-Hauses, dem früheren Direktoren-Wohnsitz.

Seit 1971 hält der Krefelder Zoo Elefanten. Wolfgang Dreßen ist sehr wohl bewusst, dass die Popularität des Krefelder Zoos zu einem guten Stück auf die Elefanten und die spektakulären Dressurvorführungen mit ihrem Pfleger Wolfgang Nehring zurückzuführen ist. Dreßen verspricht, bei "einer Entscheidung die Bevölkerung einzuschalten." Nehring (58), dessen enge Bindung zu seinem Trio häufig Gegenstand von TV-Dokus war, gehört zu denen, die stets gesagt haben: Elefanten gehören eigentlich in keinen Zoo, sondern in die Wildnis. Unbestritten handele es sich um Tiere mit hohem Gefahrenpotenzial.

"Ich bezweifele aber, dass sich Rhena, Mumtas oder Yheetoo in einer wildfremden Gruppe wohl fühlen würden. Man darf nicht vergessen, dass es sich um Tiere handelt, die zu alt für die Zucht sind." Nehring ist Gegner der so genannten "Hands off"-Haltung ohne direkten Kontakt zwischen Tier und Mensch: "Wenn man einen Elefanten dazu gebracht hat, seinen Fuß für die wichtige Fußpflege durchs Gitter zu stecken, wird er das nie wieder tun, wenn er dabei Schmerzen hatte."

Premiere Im August 1971 begrüßte Krefeld die beiden Asiatischen Elefantenkühe Rhena und Mumtas Mahal, beide 1970 in der indischen Provinz Assam geboren.

Zuwachs Ergänzt wurde das Duo 1980 um die 1977 in Burma geborene Yheetoo und um die später nach einem Beinbruch eingeschläferte Afrikanische Elefantenkuh "Duala". Weil Vierergruppen leichter zu halten sind, kam 1992 als Ersatz "Zita" hinzu. Sie musste 1998 eingeschläfert werden: Vermutlich Spätfolgen einer Erkrankung noch zu Zeiten als Zirkus-Elefant bei Barum-Siemoneit.

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