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WZ-Mobil in Traar: "Die Leute sind zu faul, sich zu bewegen"

WZ-Mobil in Traar: "Die Leute sind zu faul, sich zu bewegen"

Die neue Kurzparkzone spaltet die Gemüter am WZ-Mobil. Die einen halten sie für sinnvoll, die anderen für absolut unnötig.

Krefeld. Im Ortskern von Traar sorgt eine neue Kurzparkzone für Gesprächsstoff. Marc Blondin (CDU) vom Bürgerverein befürwortet die neue Höchstparkzeit von einer Stunde. Die Parkplätze seien nötig für Leute, die mal eben schnell eine Besorgung tätigen wollen. Wolfgang Merkel (SPD) kritisiert die Regelung — und mit ihm viele Bürger.

Dieter Feltgen etwa weiß auch nicht, was die verkürzte Parkdauer bringen soll. „Das ganze Hin und Her ist für den Busverkehr auch nicht besser“, sagt er.

Auch Christian Gather glaubt nicht, dass sich die Situation an der Kemmerhofstraße durch die neue Regelung verbessert: „Man kann zurecht in Frage stellen, ob Parkplätze immer direkt vor Ort vorhanden sein müssen, oder ob man zum Einkaufen nicht auch mal ein bisschen zu Fuß gehen kann.“ Der Widerstand der Marktbeschicker, die wegen der schlechten Parkplatzverhältnisse nicht auf dem Rathausmarkt stehen wollen, zeige jedoch, was die Bürger davon halten.

Thomas Jansen empfindet die neue Regelung gar als kontraproduktiv: „Das vermehrte Ein- und Ausparken führt zu zusätzlichen Verkehrsbehinderungen. Zudem werden Bürger unnötig schikaniert, indem sie Friseur- , Arzt- oder Cafébesuche nicht ohne ständigen Blick auf die Uhr absolvieren können.“

Auch Mara Goebel findet, dass es wieder eine längere Parkdauer geben sollte. „So nimmt man den alten Leuten, die nicht so gut laufen können, die nahe gelegenen Parkplätze weg“, sagt sie.

Günther Ahrensdorf betreibt auf dem Rathausmarkt einen Friseursalon. Seine Kunden haben sich bei ihm beschwert, weil sie nach dem Friseurbesuch ein Knöllchen an der Scheibe klemmen hatten. „Das ist schon ein starkes Stück, ohne unser Wissen wurde die Parkzeit reduziert. Meine Kunden waren natürlich verärgert“, erzählt der Friseur. Eine Stunde reiche für keinen Haarschnitt. „Die Kunden bekommen ein Knöllchen nach dem anderen. Die Politessen sind viermal die Woche hier“, sagt er.

Hermann-J. Münker glaubt dagegen, dass der überwiegende Teil der Parkplatzsuchenden an dieser Stelle Kurzparker sind, „die nur mal kurz zu Bäcker, Reinigung oder Blumenladen müssen und für die es eh schon schwierig genug ist, freien Parkraum zu finden.“ Denjenigen, die in einem netten Café verweilen wollen, stehe auf dem Festplatz ausreichend Parkraum zur Verfügung.

Wolfgang Schürmanns fährt regelmäßig mit dem Auto nach Traar. Um gemütlich seine Besorgungen zu tätigen, parkt er lieber außerhalb der zeitlich beschränkten Parkzone. „Ich selbst habe überhaupt kein Problem damit, ein paar Meter zu gehen“, sagt der Rentner.

Dem schließt sich Elke Michels an: „Die Leute können auch mal fünf Minuten zu Fuß laufen, denn an der Kirche befindet sich ein großer Parkplatz. Immer die Jammerei. Zu faul sich zu bewegen.“

Einen gemeinsamen Nenner finden SPD- und CDU-Politiker bei den Parkplätzen, die an der Kemmerhofstraße gegenüber des Rathauses liegen. Einstimmig erklären sie, dass diese den Busverkehr der Linie 058 behindern und verschwinden sollen.

Brigitte Hanke stimmt den Politikern zu: „Da stirbt keiner von, wenn man da nicht mehr parken kann. Der Verkehr könnte besser fließen und der Bus hätte keine Probleme mehr“, sagt die Traarerin.

Ernst Bongartz und seine Frau Ruth teilen ihre Meinung: „Hier gehört ein Halteverbot hin“, erklärt der Ehemann.

Markus Bittner ist dafür, die Parkplätze komplett abzuschaffen: „Derjenige, der überhaupt zugelassen hat, an dieser Stelle eine Parkmöglichkeit zu schaffen, hat sich anscheinend noch nie mit der Wirklichkeit beschäftigt.“