Treuer Helfer auf vier Pfoten

Assistenzhund Daisy kann sogar Schubladen öffnen. Für Herrchen Michael Knuffmann ist sie eine große Hilfe.

Traar. Sie ist eine Französin — jung, hübsch und blitzgescheit, aber auch ein wenig anstrengend. Daisy, die fünfjährige Golden-Retriever-Hündin von Michael Knuffmann, will immer beschäftigt werden. Sie ist die Assistenzhündin des gehandicapten Mannes und stets hellwach. Für das 56-jährige Herrchen ist der Vierbeiner, der zwei Jahre im Nachbarland ausgebildet wurde, nicht nur Hilfe, sondern auch ein wahres Lebenselixier.

Knuffmann leidet an einer Tetraspastik. Dabei handelt es sich um eine spastische Lähmung beider Arme und Beine. „Sie ist infolge eines Sauerstoffmangels bei der Geburt entstanden. Ich kann nur den Kopf bewegen.“ Mit Kinn und Mund steuert er seinen Rollstuhl. Meistens ist auch Ehefrau Helga bei ihm. Doch wenn sie Besorgungen machen muss, kann es kritisch werden. Dann tritt Daisy in Aktion.

„Sie besitzt 53 praktische Fähigkeiten und kann kleine Gegenstände aufheben, Schubladen öffnen, den Lichtschalter betätigen und die Tür öffnen, wenn die Klinke mit einem Strick verbunden ist. Besonders wichtig ist es jedoch, dass sie den Bedienungsknopf des Rollstuhls, sollte er einmal herunterfallen, aufheben und auf den Tisch legen kann.“ Das ist die Rettung für den Behinderten. So macht Daisy das körperliche Handicap ihres Besitzers — soweit es möglich ist — wett.

Daisy ermöglicht ihrem Herrchen jedoch nicht nur einen gewissen Grad an Selbstständigkeit, sondern ist auch in dunklen Stunden immer da. So spielt der „Sozialarbeiter auf vier Pfoten“ für die Psyche seines Besitzers eine große Rolle. Das Team muss natürlich sehr gut aufeinander eingestimmt werden, damit der Hund nicht zur Belastung wird. „Ich bin nach Frankreich gefahren, wo Daisy ausgebildet wurde, habe sie kennengelernt und mit ihr trainiert. Daisy hört nur auf französische Kommandos.“

Wenn er „coucher“ sagt, weiß sie, dass sie sich hinlegen soll. „Assieds“ heißt „sitz“. Fast keine Kommandos braucht sie, wenn sie mit ihrem Herrchen draußen unterwegs ist. Sie liebt die Kilometer langen Ausflüge bei Wind und Wetter. Dann läuft sie ohne Leine neben dem Rollstuhl her. Auch die Gänge durch Traar, wo die Gefährten bestens bekannt sind, sind eine willkommene Abwechslung. Jeder habe eine Streicheleinheit für die Retriever-Hündin parat.

„Die Leute fragen oft, wieso das so gut klappt“, sagt Knuffmann und lächelt. „Zuerst einmal musste sie lernen, dass ich der Chef bin.“ Seitdem Daisy im Haus sei, sei auch seine Aussprache besser geworden, erklärt der Mann. „Sie ist verspielt und intelligent. Ohne sie wäre das Leben nicht so lebendig. Ich bin glücklicher mit dem Hund.“

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