Reitstall Hubertus: Kutschen und Pferde sind Familientradition

Reitstall Hubertus: Kutschen und Pferde sind Familientradition

Vor 50 Jahren wurde der Reitstall eröffnet. Der Betrieb hat sich auf den Unterricht für Kinder ab drei Jahren spezialisiert.

Krefeld. Faszination Pferd: Reiten, die Vierbeiner striegeln, führen und füttern — das begeistert viele Kinder schon von kleinauf. In Verberg gibt es seit 50 Jahren einen Reitstall, der sich auf ihre Bedürfnisse spezialisiert hat. Bereits ab drei Jahren kommen sie hier mit den Tieren in Berührung. „Es gibt nur wenige Reitställe, die das anbieten. Wir haben viele kleine Ponys, da bietet sich die Ausrichtung an“, erklärt Harald Lichtenberg.

Der 58-Jährige leitet den Reitstall mit seiner Ehefrau Britta. Weshalb Kinder bereits so früh mit dem Reiten anfangen sollten, ist für ihn klar: „Die Kinder heute sind durch den Schulstress und Computer wenig in der Natur. Die Erfahrung zeigt aber, der Umgang mit den Pferden und Ponys fördert die geistige Entwicklung. Sie sind aufnahmebereiter, die Konzentration steigt und ihre motorischen Leistungen werden gestärkt.“ Acht Reitlehrer führen die Kinder langsam an den Umgang mit den Tieren heran. Insgesamt gibt es 16 Hektar Weidefläche für die etwa 40 Pferde und Ponys. Der Familienbetrieb ist in den 50 Jahren immer weiter gewachsen.

1962 kaufte Johannes Lichtenberg den ehemaligen Trainingsstall der benachbarten Krefelder Pferderennbahn. Dieser war 1920 für etwa 20 Rennpferde gebaut worden und stand zu dem Zeitpunkt schon länger leer. Johannes Lichtenberg brachte seine Pferde dort unter und begann damit, seinen sechs Kindern das Reiten beizubringen. Eins davon war Harald Lichtenberg, der den Reitstall 1990 übernahm.

In den vergangenen 50 Jahren haben dort viele Kinder das Reiten gelernt. Dazu gehören Vielseitigkeitseuropameisterin Freya Füllgraebe, aber auch Lichtenbergs Ehefrau Britta. Sie kam mit sechs Jahren zum Ponyreiten, geheiratet haben beide 1984. In den 80er Jahren richtete sich der Reitstall noch mal neu aus. Friesenpferde wurden hinzugeholt. „Kutschen fahren war das Hobby meines Vaters, dafür hat er die richtigen Pferde gesucht und die Friesen waren dafür die geeigneten Tiere. Bis dato waren die Pferde eher unbekannt, er hat sie Ende der 70er Jahre in Deutschland eingeführt.“

Entstanden ist aus dieser Leidenschaft eine der größten Kutschensammlung Deutschlands. Die älteste Kutsche stammt aus der Zeit um 1900, mutmaßlich aus dem Hause Hohenzollern. Die Exponate werden auch an Filmproduktionen oder Theater verliehen. „Momentan steht eine der Kutschen in der Philharmonie in Essen für das Stück ’Der Barbier von Sevilla’“, sagt Lichtenberg.

Wie sich der Familienbetrieb weiterentwickelt, ist derzeit noch nicht geregelt. „Unsere beiden Söhne werden kaufmännisch ausgebildet und haben mit Pferden nicht so viel zu tun, aber man soll ja auch nicht alles regeln.“

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