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Oldtimertreff: Heimische Gemütlichkeit gibt es sogar in einer Gangster-Limousine

Oldtimertreff: Heimische Gemütlichkeit gibt es sogar in einer Gangster-Limousine

Beim Oldtimertreff auf der Rennbahn zählt Schönheit — nicht Schnelligkeit.

Bockum. Die große silberne Flügelschraube vor dem Lenker der alten BMW fällt sofort auf. „Die zeigt, dass das Motorrad Beiwagen tauglich ist“, erklärt Manfred Busslar, stolzer Besitzer des schwarzen Motorrads aus dem Jahr 1952 beim Oldtimertreff an der Rennbahn. Die Schraube wurde angedreht, damit das Vorderrad nicht schlackerte, wenn man mit einen Beiwagen fuhr. „Mit dem Modell ist die Familie früher auch in die Ferien gefahren: Die Frau auf dem Sozius, die Kinder im Beiwagen, daran auch das Gepäck befestigt und dann bis Italien!“

An so weite Fahrten mit seiner R 25/2 denkt der Krefelder nicht — auch nicht an Familientransporte. Er hat den Sozius abmontiert und durch einen kleinen Gepäckträger ersetzt für die Werkzeugtasche, die man bei Oldtimern immer braucht.

Ein beliebtes Auto für grenzüberschreitenden illegalen Frachtverkehr war einst der Citroën CV 11. Das brachte ihm auch den Namen „Gangster-Limousine“ ein. Das Modell, das unverändert von 1934 bis 1957 gebaut wurde, sollen Schmuggler gerne genutzt haben. Der entscheidende Pluspunkt: Es war schneller als die Autos der deutschen Polizei. Geschwindigkeit ist für Rolf Pannekes mit dem Oldtimer aus dem Jahr 1949 kein Thema: Aus den 58 PS und der „Kuhschwanz-Schaltung“ mit zwei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang sind nicht mehr herauszuholen, als 105 Stundenkilometer. Besitzerstolz braucht keinen Geschwindigkeitsrausch.

„Zum Lösen familiärer Probleme empfiehlt es sich, die Schwiegermutter auf dem Beifahrersitz zu platzieren, damit sie gleich herausfällt“, scherzt Pannekes. Die Tür öffnet sich nämlich in die heute unübliche Richtung und wird vom Fahrwind noch weiter aufgerissen.

Tatsächlich wirkt der Oldtimer weniger wie eine Gangster-Limousine, sondern gibt eher ein Bild häuslicher Gemütlichkeit ab mit seinen Teppichen im Fußraum, der Blumenvase am Schwiegermuttersitz und einem Picknickkorb auf der Rückbank. Als Zugeständnis an moderne Zeiten hat Pannekes ein Radio eingebaut und einen Luftumwälzer als Heizung, „weil man sonst eiskalte Quanten kriegt“.

Voll des Lobes für seinen französischen Oldtimer ist auch Ralf Niedrée. Schon das Kennzeichen verrät, dass es sich dabei um einen DS handelt, den eleganten Citroën mit dem „endlos“ schräg abfallenden Dach. Vor sechzehn Jahren kaufte er den Wagen (Baujahr 1971) und ist seitdem über 270 000 Stundenkilometer gefahren. Den Oldtimer nutzt er als Wagen für alle Tage „mit ganz wenig Ärger, ganz im Gegensatz zu dem, was über Citroën gesagt wird! Ein zuverlässigeres Auto könnte ich mir gar nicht wünschen.“