Neun neue Mitglieder für den Bürgerverein Elfrath

Bei der Versammlung melden sich mehrere Gäste spontan an. Politiker versprechen Einsatz für das Jugendzentrum.

Elfrath. "Unter diesen Voraussetzungen kann ich nicht weiter machen. Hinzu kommt noch, dass ich mich aus privaten Gründen zurückziehen möchte", sagt Michael Braukmann Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Krefeld-Elfrath auf der außerordentlichen Hauptversammlung.

Schon zu Jahresbeginn habe er den Entschluss gefasst, das Amt des Vorsitzenden aufzugeben, habe aber aus Rücksicht bis heute weitergemacht. Braukmann zeichnet ein düsteres Bild von der Mitarbeit und dem Interesse am der Elfrather am Bürgerverein: "Wir haben einen Schwund der Mitglieder und vor allem der Vorstandsmitglieder. Zudem habe ich das Gefühl, dass es kein Interesse am Bürgerverein in Elfrath gibt."

Für seine Thesen spricht an diesem Freitagabend in der Gaststätte Sauerwald die Anwesenheit von nur acht der 60 Mitglieder. Doch haben sich immerhin 14 Gäste zur Versammlung eingefunden, die Interesse an der Zukunft des Vereins zeigen.

Darunter auch die Vorstandsmitglieder des Bürgervereins (BV) Gartenstadt, Helmut Horn und Hartmut Kabasch-Füten. "Wir werden die Elfrather Kollegen auch weiterhin unterstützen", verspricht der Geschäftsführer Kabasch-Füten.

Die anwesenden acht Mitglieder ändern einstimmig die Satzung, welche bisher im Falle einer Abstimmung über die Auflösung des BV Krefeld-Elfrath eine 90-Prozentige Zustimmung aller Mitglieder vorsah.

Der geänderte, dem aktuelle Recht angepasste Passus sieht nun eine Dreiviertelmehrheit der erschienenen Mitglieder vor. Ein kleiner Erfolg vor den Vorsitzenden Braukmann, der aber ganz andere Probleme sieht: "Ich habe schon öfter versucht, unseren BV zu einem eingetragenen Verein zu machen. Jedoch wurde bisher alles abgelehnt."

Das Thema Jugendzentrum in Elfrath bringt der designierte Ratskandidat für Elfrath und Gartenstadt der SPD, Christoph Aretz, in die Runde ein. Er verspricht, sich für das Jugendzentrum in Elfrath stark zu machen und die Mittel der Bezirksvertretung für die Jugendarbeit hierzu zu nutzen. Heidi Matthias, Bezirksvertreterin der Grünen in der Bezirksvertretung Ost pflichtet ihm bei.

Fragten zu Beginn der Sitzung noch einige der Gäste, die erstmals an einer Versammlung teilnehmen, nach der Aufgabe eines Bürgervereins, so scheint ihnen dies gegen Ende der Veranstaltung klar geworden zu sein. Spontan melden sich neun neue Mitglieder an und bezahlen noch vor Ort ihren Jahresbeitrag von sechs Euro.

Die Neuen sollen sich bei Interesse schon ab Januar im Vorstand einbringen können. Dazu bietet Michael Braukmann die gemeinsame Einarbeitung in alle Vereinsangelegenheiten an.

Am Ende wandelt sich das düstere Bild der Zukunft des Bürger- und Heimatvereins Elfrath in einen Neuanfang mit Perspektiven.

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