Stadtteile : Traarer befürchten Verkehrschaos

Der Bürgerverein plädiert für einen Ausbau der Moerser Landstraße und der Kemmerhofstraße.

Es ist viel los auf der Moerser Landstraße in Traar. Autos fahren im Sekundentakt vorbei, Radfahrer und Fußgänger bahnen sich ihren Weg. Schnell ein Brötchen im Mühlencafé oder ein Eis im Café San Marco holen. Der Verkehr ballt sich, dass sieht auch Walter Kienen. Der Ausbau der Moerser Landstraße ist ein Punkt, der auf der Liste von Kienen steht. Der stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins Traar schätzt seinen Ort, engagiert sich. Man kennt ihn. Immer wieder hebt er die Hand, wird angesprochen und grüßt vorbeifahrende Personen. Doch Kienen weiß auch wie kein Zweiter an welchen Stellen es hapert. Bei einem Rundgang mit dieser Zeitung zeigt er die Problemzonen auf. Vom Rathaus über die Egelsbergmühle bis hin zum Nahversorgungsstandort in der Nähe des Festplatzes.

Rathaus

Zentral gelegen, schmückt das Rathaus den dazugehörigen Markt. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Das Gebäude ist ganz schön in die Jahre gekommen. Die Stadt investierte in den letzten Jahrzehnten nur spärlich,  dass rächt sich jetzt. Die Räume im ersten Stock sind feucht, Risse im Gesims erkennbar. Die Fenster „fallen fast aus dem Rahmen“, sagt Kienen und meint: „Hier muss definitiv Hand angelegt werden, es wäre traurig, wenn es weiter verfällt.“ Bei einer Sanierung plädiert der Bürgerverein auch für einen behindertengerechten Zugang. Im Erdgeschoss des Rathauses befindet sich neben einer Polizeistelle auch das Bürgerbüro. In der letzten Zeit blieb die Anlaufstelle für die Traarer aber immer häufiger geschlossen, so auch letzte Woche. Das Personal ist eng. Fällt eine Person aus, muss das Büro schließen. Kienen: „Ich weiß, sie bemühen sich, aber das kann nicht sein. Das Rathaus muss als zentrale Ansprechstelle unbedingt erhalten werden.“

Wiesenhof

Das Großprojekt Wiesenhof beschäftigt die Traarer. Das Wohngebiet liegt an den Grenzen der Stadtteile Traar und Verberg zwischen Nieper Straße, Flünnertzdyk und Luiter Weg. Kienen rechnet damit, dass in Zukunft rund 900 bis 1000 Menschen dort leben werden. In der letzten Bezirksvertretung kam das Thema erneut auf, Kienen pochte darauf, dass bei der Realisierung des Projektes ein Ausbau der Moerser Landstraße unabdingbar ist.

Ausbau Moerser Landstraße/Kemmerhofstraße

Kemmerhofstraße und Moerser Landstraße sind zentrale Achsen für den Weg ins Zentrum Krefelds. Das gilt nicht nur für die Bürger von Traar, sondern auch für jene aus Verberg. „Die Kemmerhofstraße ist zu kurz ausgebaut, für die Anwohner ist es laut und ärgerlich“, sagt Kienen. Auch auf der Moerser Landstraße ragen parkende Autos teilweise in den Radweg hinein, für andere Verkehrsteilnehmer wird es gefährlich. Wenn ein Bus kommt, stockt der Verkehr, Autos müssen immer wieder stehen bleiben. Durch das Projekt Wiesenhof soll die Anzahl der Verkehrsteilnehmer sich erhöhen. Kienen ist sich sicher: „Alle müssen über diese Straße. Das wird nicht funktionieren. Hier muss etwas getan werden.“

Bau eines Nahversorgers am Festplatz

Erst vergangenen Monat wurde der Bau eines Nahversorgers im Rat beschlossen. Der Bebauungsplan steht und soll den Festplatz planerisch absichern. Der Nahversorger soll nördlich angrenzend  an den Festplatz anschließen und eine Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern umfassen. Den Standort hält der Bürgerverein für falsch. Am nördlichen Ende von Traar gelegen müssen auch bei diesem Projekt die Bürger durch den Ortskern, die Moerser Landstarße wird einmal mehr stark belastet. Kienen: „Der Bereich an der Straße muss ausgebaut werden.“ Auch die Anbindung an den ÖPNV sei schwierig, derzeit liege die Fläche genau zwischen zwei Haltestellen.

Egelsbergmühle

Seit der Bürgerverein die Mühle im Januar 2016 angemietet hat, gehört sie zu den wichtigsten Themen. Derzeit steckt die Stadt eine Summe von rund 100 000 Euro in eine Sanierung, die bitter nötig war. „Wir hatten damals ein Gutachten erstellt und dieses zeigte, wie schlecht der Zustand war“, sagt Kienen. Die Räume hatten einen Feuchtigkeitsgrad von 96 Prozent. Gründe waren unter anderem die nicht vorhandene Horizontalsperre im Grundmauerwerk sowie eine unzureichende Außenmauerabdichtung. Es entstanden Risse, die nun behoben werden. Bis die Mühle wieder ihren alten Charme hat, wird es wohl noch etwas dauern, doch die Sanierung ist für den Bürgerverein Traar ein bedeutender Erfolg.

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