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Einstein on Tour: Virtuelle Fahrradfahrt in Lichtgeschwindigkeit

Einstein on Tour: Virtuelle Fahrradfahrt in Lichtgeschwindigkeit

Die Wanderausstellung „Einstein on Tour“ soll Gesamtschülern am Kaiserplatz die Theorien Albert Einsteins näherbringen.

Bockum. Ach ja, die Physik. Eigentlich soll sie uns die Phänomene unserer Welt erklären. An der Schultafel stehen dann aber meist trockene Formeln, unter denen man sich nicht viel vorstellen kann. Das soll bei den Schülern der Gesamtschule Kaiserplatz anders laufen.

„Einstein on Tour“ heißt das Schulprojekt, das als Wanderausstellung an Schulen in ganz Deutschland gastiert und jetzt in der Gesamtschule Station macht. „Das Projekt soll den Schülern die schwierige Relativitätstheorie Einsteins in verständlicher Form näher bringen“, erläutert Physiklehrer Jan Link das Konzept. Physik zum Anfassen also.

Sechs interaktive Stationen stehen zur Auswahl. Robin versucht sich an der relativistischen Radfahrt durch Tübingen. Je mehr der Schüler in die Pedale des umgebauten Trimm-dich-Rads tritt, desto stärker verziehen sich die Häuserfronten der dreidimensionalen Projektion. Und Robin gibt Gas. 88 Prozent Lichtgeschwindigkeit wird von der Simulation angezeigt.

Neben der virtuellen Fahrradfahrt in Lichtgeschwindigkeit gibt es noch weitere Stationen, an denen den Schülern die Theorie Einsteins präsentiert wird. Nicht alle kommen dabei so gut an wie die interaktive Tour mit dem Fahrrad. Die 13-jährige Selin und ihre Mitschüler sitzen etwas gelangweilt bei einer Station, die den Verzerrungseffekt bei Lichtgeschwindigkeit per Videoanimation erklären soll.

Eine eigentlich gerade Gitterebene wölbt sich auf dem PC-Bildschirm nach vorne. Ein Text erklärt den sogenannten Lichtlaufeffekt, der die Wölbung hervorruft. „Ich glaube hier soll die Illusion des Bildes, eine Art Sinnestäuschung erklärt werden“, vermutet Selin.

Klassenkameradin Sophie kann nicht so viel mit dem Lehrfilmchen anfangen. „Die Bilder in dem Film waren schon cool, aber viele Begriffe konnte man nicht verstehen“, findet die 13-Jährige. Das weiß auch Jan Link. „Eigentlich wird das Thema auch erst später behandelt“, erklärt der Lehrer und fügt hinzu: „Ich denke, das Projekt hilft trotzdem, einen Zugang zu den Begriffen zu bekommen und die ,komischen’ Bilder bleiben bestimmt in den Köpfen hängen.“

Sophie hat inzwischen eine interessantere Station gefunden. Mittels Joystick lenkt sie ein Flugzeug über eine virtuelle Insellandschaft. Per Tastendruck schaltet der Physiklehrer auf Lichtgeschwindigkeit. „Oh mein Gott!“, ruft Sophie. Die Insel und das Meer scheinen sich auf einmal nach innen zu wölben. Dieser fast schwindelerregende Flug bleibt der Schülerin bestimmt im Gedächtnis.