Alida — Traumschiff mal anders
Menschen mit und ohne Behinderung spielen zusammen Theater und bauen mit der Zeit Hemmungen ab und Selbstvertrauen auf.
Krefeld. Konzentriert tragen die beiden Darsteller ihr Gedicht „Die Blume“ vor. Mit viel Gestik und Leidenschaft erzählen sie von einer Blume am Wegesrand. Doch als sie fertig sind und stolz auf den Applaus des Publikums warten, schauen sie nur in verdutzte Gesichter. Sichtlich verwirrt beginnen die Beiden das Gedicht nochmals vorzutragen — ohne zu wissen, dass hinter ihrem Rücken zwei Clowns ihren Schabernack treiben und mit Schildern das Publikum dazu animieren, nicht zu klatschen.
Die Theater- und Zauberschule Rasanti der Dr. Ulrich-Lange Stiftung ist ein Projekt, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammengeführt werden. Spielleiter Jochen Kamps erzählt bei den Proben, dass Rasanti 2005 als Schwarzlichttheater begonnen hat: „Wir haben damals mit acht Menschen angefangen und haben mit der Zeit zunehmend an Selbstvertrauen gewonnen, so dass wir ein Theater mit komischen und clownesken Schwerpunkt wurden“.
Mittlerweile besteht die Gruppe aus 14 behinderten und nicht behinderten Darstellern. Die Altersspanne reicht dabei von neun bis 57 Jahren. Geübt wurde auch mit dem Clown Bruno Zühlke: „Mit ihm haben wir einen großen Sprung gemacht und sind unter seiner Leitung um einiges professioneller geworden“, sagt Kamps.