Unfallzahlen rund ums KWM sind leicht gestiegen

Rettungsdienst : Unfallzahlen rund ums KWM sind leicht gestiegen

CDU hält Westwall-Sperrung für Rettungsfahrzeuge für prekär. Die Feuerwehr sieht kein Problem.

Drei Jahre und elf Tage ist es am Freitag her, seit der Westwall vor dem Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM) in Nord-Süd-Richtung gesperrt wurde. So zumindest steht es auf einem digitalen Zählwerk der CDU-Mitte. Auf einer eigens eingerichteten Homepage lässt der Ortsverband die Uhr mitlaufen. Darunter steht klar und deutlich: „Was wir wollen? Freie Fahrt auf dem Westwall in beide Richtungen, auch vor dem KWM.“

Versenkbare Poller vor dem Museum wären laut der Christdemokraten eine Lösung, um den Verkehr an normalen Tagen fließen zu lassen, den Platz vor dem KWM aber beispielsweise zu Veranstaltungen zu sperren. „Ein weiteres Thema ist die Tatsache, dass der Westwall auch für Rettungsfahrzeuge gesperrt ist“, sagt Eva Kesseler, Mitglied der CDU in der Sitzung der Bezirksvertretung. Weil ihrer Ansicht nach die Unfallzahlen seit Beginn der Umbauarbeiten am Kaiser-Wilhelm-Museum, gestiegen seien, sei die Sperrung des Westwall-Teilstücks zwischen Evertsstraße und Marktstraße „nicht nachvollziehbar“. Kesseler sagt: „Es gibt seit dem Umbau und der Schließung der Straße nicht nur mehr Unfälle, sondern auch schwerere.“ Laut eines Berichtes der Polizei hatten sich im Umfeld des KWM seit 2012 ein tödlicher Unfall und zwei Kollisionen mit Schwerverletzten ereignet. Insgesamt stieg die Zahl der Unfälle leicht von 29 auf 30 nach dem Start der Umbauarbeiten.

Falschparker behindern Feuerwehr in der Innenstadt

Auf Nachfrage erklärt die Feuerwehr zu diesem Thema aber, dass es für den Rettungsdienst keine besonderen Probleme durch die Sperrung des Westwalls gebe. „Solche Groß- oder Dauerbaustellen werden uns von der Stadt früh genug mitgeteilt. Die Einsatzleitung erhält dann bereits bei der Anfahrt die Info, dass gegebenenfalls ein anderer Weg zum Einsatzort gefahren werden muss“, sagt Feuerwehrsprecher Christoph Manten.

CDU-Frau Eva Kesseler hatte in Ausführungen noch angemerkt, dass nicht nur die bloße Sperrung, sondern auch Falschparker für Probleme sorgen könnten. „Das Problem haben wir überall in der Innenstadt“, sagt Manten. Für Kesseler bleibt die Schließung am KWM trotzdem „ein unnötiges Risiko“. „Im Zweifel können Minuten oder sogar Sekunden über Leben und Tod entscheiden“, sagt Kesseler, „deshalb brauchen unsere Rettungskräfte freie Fahrt, wo Sperrungen nicht nötig sind.“

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