Zu warm für weiße Weihnacht

Dietmar Hanke betreibt Krefelds einzige Wetterstation. Der Hobby-Meteorologe kann damit nachweisen: Die Temperaturen steigen.

Krefeld. Schmuddelwetter statt weißer Weihnacht: Schnee wird’s an Heiligabend wohl wieder mal nicht geben, meint Dietmar Hanke. Der 52-jährige Hobby-Meteorologe betreibt in Uerdingen Krefelds einzige Wetterstation. Damit erfasst er zwar nur die Wetterdaten und kann keine seriöse Vorhersage treffen. Aber dank seiner Erfahrung traut er sich eine klare Prognose zu: „Wir haben Schmuddelwetter mit Westwind. Da ist kein Schnee zu erwarten.“

Damit es am Niederrhein noch Schnee geben könnte, bräuchte es Ostwind. „Aber derzeit ist es selbst in Russland zu warm für diese Jahreszeit“, so Hanke. Und so müssen wir uns in den nächsten Tagen wohl mit Schmuddelwetter mit Regen und bis zu 15 Grad anfreunden.

Hankes Aufzeichnungen in Uerdingen bestätigen, was die Meteorologen allgemein für Deutschland an Werten zusammengetragen haben: Es wird immer wärmer. „Auch wenn es in diesem Sommer kaum wirklich heiße Tage gegeben hat, steigt die Durchschnittstemperatur an“, sagt Hanke. Etwa ein Grad in den vergangenen zehn Jahren. Das sei zwar auf den ersten Blick nicht viel, wirke sich aber aus: „Vor 40 Jahren gab es in Deutschland keine Tornados“.

Dafür sei es früher deutlich kälter gewesen. Hanke erinnert sich an eisige November und viel Schnee. Doch den habe es in diesem Jahr noch gar nicht gegeben. „Auch im Januar habe ich keinen Schnee gesehen“, sagt Hanke. Ohnehin habe er den Eindruck, dass der Schnee in Krefeld immer nur als Regen runter komme. Selbst wenn es im Ruhrgebiet eine Schneedecke gebe, habe Krefeld nur Matsch.

Und der Mann weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er drei Wetterstationen in seinem Garten aufgestellt, am Hauseingang hängt eine Wetterüberwachungskamera. Er hält Niederschlagsmengen fest, misst Temperaturen, ortet Blitze und wertet seine Aufzeichnungen aus. Und deshalb weiß er, dass aus seinem Wunsch wieder nichts wird: „Ich hätte gerne weiße Weihnacht.“