WZ-Mobil am Parkplatz Niederstraße: Die Stadt ist gefordert

WZ-Mobil am Parkplatz Niederstraße: Die Stadt ist gefordert

Bauschutt und Fremdfahrzeuge besetzen den Parkplatz an der Niederstraße. Am WZ-Mobil wurde diskutiert.

Krefeld-Uerdingen. Der Erdhaufen auf dem Parkplatz an der Niederstraße ist etwa vier Meter hoch und überragt die umliegenden Schutthaufen bei weitem. Er ist auch höher als die Baumaschine und der Reisebus, die in der Nähe geparkt sind.

Die Bauarbeiter, die in der Nähe an einer Ampelanlage arbeiten, wollen ihre Namen nicht nennen, werben aber für Verständnis: „Das ist halt so bei Bauarbeiten. Außerdem wird der Schutt ja auch alle zwei Wochen abgeholt.“

Helga Stelmanns sieht das anders: „Schon am dritten April 2008 hab’ ich mich deswegen beschwert. Seitdem ist aber nichts passiert.“ Prinzipiell hat sie für die Bauarbeiten und den dabei anfallenden Schutt sogar Verständnis. Sie ist aber nicht damit einverstanden, dass der Parkplatz vor ihrem Haus dauerhaft in eine Deponie verwandelt wird: „Das kommt von allen möglichen Baustellen in Uerdingen und wird einfach hier abgeladen. Früher war das mal bepflanzt. Der Schutt muss auf eine richtige Deponie. Das verkommt doch alles hier.“ Außerdem hat sie den Reiseunternehmer, der dort immer seine Busse parkt, auch im Verdacht, den Inhalt seiner Chemie-Toiletten direkt vor Ort zu entsorgen: „Stellen Sie sich mal vor, Sie würden hier wohnen!“

Elvira Farina wohnt woanders, sie hilft heute aber in einer Pizzeria gegenüber aus. Auch sie findet die Zustände unhaltbar: „Das ist unerhört, da muss die Stadt was unternehmen.“

Auch Werner Hiller hält den Abladeplatz für einen Schandfleck: „Eigentlich ist Uerdingen schön. Aber es gibt Stellen, die sind auf jeden Fall verbesserungswürdig.“ Er macht vor allem die Stadt für die Verhältnisse an der Niederstraße verantwortlich: „Denjenigen, der den Unternehmen die Erlaubnis erteilt hat, dort ihren Schutt abzuladen, sollte man auf jeden Fall rausschmeißen.“

Herbert Heinen plädiert vor allem für eine sofortige Beseitigung des Schutts: „Das muss doch nicht sein. Wieso fahren die das nicht direkt zur Deponie?“

Dieser Ansicht ist auch Marcus Potthoff. Er ist zwar kein direkter Anlieger, wohnt aber in der Nähe. Außerdem gibt er Folgendes zu bedenken: „Sollte sich irgendein Investor mal entscheiden, in der Gegend Sanierungsmaßnahmen durchzuführen wird er von so was natürlich abgeschreckt.“

Bernd Stelmanns, Ehemann von Helga Stellmanns, schließt sich den beiden Vorrednern an. „Das ist eine unheimliche Unwirtschaftlichkeit. Außerdem ist der Dreck ein ganz klarer Grund für Mietminderung.“

Anwohnerin Sarah Kretschmann ist da etwas verständnisvoller. „Das ist alles ein zweischneidiges Schwert. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wenn die Beseitigung absehbar ist, ist das in Ordnung.“ Wird sich an dem Zustand allerdings nichts ändern, so ist der Bauschutt auch für sie unzumutbar.

„Ganz schlimm“ findet Anwohner Peter Gäbler die Situation vor dem Wohnhaus. „Ich gucke aus dem Fenster und sehe auf den ganzen Schutt, das geht schon eineinhalb Jahre so. Außerdem fehlt ein Stück Zaun an den Gleisen. Das ist so gefährlich für Kinder, die da spielen.“ Die Bahn appelliere an die Verkehrserziehung der Kinder. „Aber da muss die Bahn doch selbst was machen.“

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