Skifahren bei den Kiwis

Pia Schmitt vom Ski-Klub Bayer hat drei Monate in Neuseeland verbracht. Ihre gute Wintersaison 2009 will sie nun toppen.

Krefeld-Uerdingen. Neuseeland bringen die wenigsten mit Skifahren in Verbindung. Pia Schmitt vom Ski-Klub Bayer Uerdingen hat sich drei Monate lang eines Besseren belehren lassen. "Die Schneebedingungen dort waren hervorragend. Überwiegend Sessellifte, kleine bis mittelgroße Skigebiete mit einer Höhe von bis zu 1000 Meter", berichtet die 16-Jährige, die sich am Dienstag trotz Jetlags den Fragen der Presse stellte.

Erst in der Nacht zu Montag ist sie von der anderen Seite der Erde zurückgekehrt. In Queenstown hatte sie nicht nur die Highschool besucht, sondern eben auch vom dortigen Winter profitiert. "Beim Schnee gibt es im Vergleich zu den Alpen oder deutschen Mittelgebirgen keine Unterschiede", sagt das Pistentalent.

Für Ski-Klub-Cheftrainer Uli Schubert ist das intensive Sommertraining seines derzeit besten Schützlings die beste Voraussetzung, die sehr erfolgreiche Saison 2009/2010 zu wiederholen. Etlichen Spitzenplätze hatten dort die jungen Skifahrer des Vereins belegt. Neben Pia Schmitt (sie war bundesweit drittbeste Riesenslalom-Fahrerin bei den Damen geworden) gehörten Matthias Held und Niklas Siegert zu den erfolgreichsten Fahrern.

Höhepunkt der Saison: Der Gewinn des "Honnefer Wappens", einer Auszeichnung für das erfolgreichste Schüler-Ski-Team der Saison. "Nach 1978 und 2004 ist es das dritte Mal, dass der Ski-Klub Bayer diesen Titel holen konnte", berichtet Schubert stolz. Bundesweit könne seine Mannschaft es mit allen "flachen" Bundesländern und solchen mit Mittelgebirgen aufnehmen, sagt der Trainer.

"Außer mit den Skifahrern aus Bayern, die jeden Tag auf den Skiern stehen, können wir mit jedem mithalten", meint Schubert, der zu den Rennfahrpionieren beim Ski-Klub gehört. Er war es Anfang der 1970er Jahre leid, immer nur als Hobby auf dem Schnee zu fahren. Nach seiner aktiven Zeit als Skirennfahrer widmete er sich dem Nachwuchs.

Den sieht er immer mehr in Gefahr. "Die verlängerten Schultagen führen dazu, dass sich weniger Kinder anmelden", hat der Trainer beobachtet. Dabei sei das Alter zwischen sechs und zehn Jahren, so wie es bei Pia Schmitt der Fall war, ein ganz entscheidendes, um ein guter Skirennfahrer zu werden.

Der Verein sieht sich dabei sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport auf einem guten Weg. "Wir sind dabei, unsere Strukturen grundlegend zu ändern", sagt Geschäftsführer Klaus-Jürgen Wolf. "Wir haben aus fünf Referaten 14 gemacht, um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen", sagt Wolf. Ziel sei, den Vorsitzenden Horst-Lothar Wolf zu entlasten. Das Urgestein wird im kommenden Jahr sein Amt abgeben. In Thomas Siegert war ein Nachfolger gefunden, der aber absprang, weil ihm die Arbeit zu viel gewesen wäre. "Die Gespräche zur Nachfolge werden wir in Kürze führen", kündigt der Geschäftsführer an.

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