Segler machen am Elfrather See die Leinen los

Segler machen am Elfrather See die Leinen los

Der SCCR hat sich bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt.

Urdingen. Segeln ist mehr als nur Wassersport. „Sie können jeden Segler fragen, allen geht es da gleich“, erklärt Friedhelm Müller, der Leiter der Segelschule des SCCR. „Sobald man einen Fuß an Bord setzt, sind alle Sorgen vergessen. Man geht völlig erholt wieder an Land.“

Diese Freude am Segeln wollen Müller und die anderen Vereinsmitglieder ihren Gästen am Tag der offenen Tür auf dem Clubgelände des SCCR am Elfrather See vermitteln. „Wir sind ein sehr familiärer Verein“, sagt der erste Vorsitzende Steffen Sommer. „Wir wollen hier kein elitäres Flair, jeder soll sich das Segeln leisten können.“

Deshalb können die Besucher am Sonntag auch ihre Seefestigkeit auf den Prüfstand stellen — einige Jollen stehen dazu bereit. Einer der Skipper, der die Gäste über den Elfrather See fährt, ist der Ausbilder Arne Müller. „Zum Segeln bin ich eher zufällig gekommen“, erzählt er. „Ein paar Freunden und mir wurde der Stammtisch zu langweilig.

Da hieß es dann: Entweder gehen wir in die Kommunalpolitik, oder wir machen einen Segelschein. Zum Glück haben wir uns richtig entschieden.“ Seit 1999 ist Müller jetzt schon auf dem Wasser unterwegs, mittlerweile auch als Dickschiffsegler im Mittelmeer.

Derzeit hat der Verein etwa 250 Mitglieder. 45 davon sind unter 18 Jahren, die Jüngsten erst sechs Jahre alt. Aber auch ältere Semester sind beim SCCR dabei, zum Beispiel Helmut Gruner, der bereits seit 1972 Mitglied im Verein ist: „Das Tolle am Segeln ist, dass man das sein ganzes Leben lang machen kann“, sagt der 76-Jährige. „Die Seebeine wachsen mit der Zeit.“

Dass das Segeln sich tatsächlich für alle Altersgruppen eignet, hat auch die Montessori-Schule bemerkt. Seit 17 Jahren gibt es nun schon in Kooperation mit dem SCCR eine Segel-AG, in der zur Zeit 40 Schüler der Klassen fünf bis zwölf aktiv sind.

„Das Segeln fördert das Teamwork ungemein“, davon ist Jochen Deußen überzeugt. Der Sozialpädagoge leitet die AG. Für die Montessori-Schule als integrative Schule besonders wichtig: auch wer körperlich beeinträchtigt ist, kann mitsegeln.

Beim SCCR kann sowohl der Sportbootführerschein (SBF) Binnen als auch der SBF See gemacht werden. Auch an Regatten nimmt der Verein teil: besonders die Jugendlichen werden stark gefördert. „Wir nehmen im Oktober wieder bei der Nautic Youngster Regatta bei Fehmarn teil“, erklärt Helmut Müller.

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