Narren feiern friedlich beim Tulpensonntag in Uerdingen

Tulpensonntag : Narren feiern friedlich in Uerdingen

Polizei vermeldet kaum Einsätze und ausgelassene Stimmung beim Tulpensonntagszug.

Es nieselt in Uerdingen. Windböen wehen Löwenmähnen durcheinander und lassen den ein oder anderen Hutträger verzweifeln. Obwohl das Wetter beim Uerdinger Tulpensonntagszug nicht mitspielt, lassen sich die Zuschauer und Teilnehmer das närrische Wochenende nicht verderben. Der Großteil der Jecken, die am Sonntag aus ganz Krefeld und Umgebung nach Uerdingen gekommen ist, hat sich gut vorbereitet: Warme Kostüme, der berühmt-berüchtigte Zwiebellook und der ein oder andere Regenschirm helfen. Wer an der Zugstrecke wohnt, wartet in der Garage, auf dem Balkon oder unter einem Pavillon auf den Zug. Einige Hartgesottene trauen ihrer Gesundheit trotz Temperaturen um die zehn Grad Celsius kurze Hosen zu.

Richtung Innenstadt
steigt der Alkoholpegel

Franz Leßmann gehört zu den besser vorbereiteten Teilnehmern. Er zieht bei der Braunschweiger Narrenzunft mit und ist bereits seit sieben Uhr Früh unterwegs – auf dem Kopf eine wärmende Lockenperücke. Leßmann sagt: „Die Stimmung heute ist super. Trotz des schlechten Wetters ist einiges los.“ Einziger Wermutstropfen sind für ihn einige stark angetrunkene Chaoten: „Das hat nichts mit Karneval und Tradition zu tun.“ Vor allem rund um das Gymnasium am Stadtpark und Richtung Uerdinger Innenstadt sinkt der Altersdurchschnitt – der Alkoholpegel dagegen steigt.

Trotz vereinzelter Zwischenfälle sorgen regelmäßige Polizeipräsenz, Ordnungshüter der Stadt und private Sicherheitsfirmen für einen recht ruhigen Nachmittag. Daniel Feegers vom Fachbereich für Sicherheit und Ordnung zieht eine Zwischenbilanz: „Ich bin seit zwölf Uhr unterwegs. Bisher ist es alles in allem ruhig geblieben. Diesmal ist wegen des Wetters weniger los als sonst. Mehr Stress gibt es aus unserer Erfahrung aber erst nach dem eigentlichen Zug.“ Als unschöne Begleiterscheinung gehörten auch diesmal Glasscherben und viele Bierdosen und -flaschen zum Bild des Straßenkarnevals.

Fette Beute
und gute Unterhaltung

Doch weder davon noch von längeren Wartezeiten ließen sich junge und alte Jecken beeindrucken. Für die Geschwister Kimberly und Stephan Rose hat sich der Zug auf jeden Fall gelohnt: Drei Tüten voller Süßigkeiten haben die beiden eingesammelt. „Dafür haben die Kinder aber auch fleißig Helau gerufen!“, erzählt Papa Siggi. Nur vom Regen war seine Tochter nicht ganz so begeistert: „Der Zug war echt toll. Aber das Wetter ziemlich doof.“

Zwischen die traditionellen Karnevalsvereine wie den „Oedingsche Blagen“ oder die „Gardemusik Blau-Weiß Moers“ mischte sich dieses Jahr der ein oder andere Exot: In der Zugmitte sorgte eine Rock’n’Roll-Gruppe mit Tanzeinlagen und Musik für Stimmung. Während des Zugs kam es immer wieder zu Unterbrechungen – teilweise klafften Lücken von mehr als 200 Metern Länge. Zuschauer und Teilnehmer ließen sich nicht stören und feierten bei „Viva Colonia“ und „Cordula Grün“ ausgelassen weiter.

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