König Peter V. setzt Tradition der Familie fort

König Peter V. setzt Tradition der Familie fort

Peter und Martina Winkmann haben beim Schützenfest ihren großen Auftritt. Groß geworden ist der König im Winkmannshof.

Linn. Seit Peter Winkmann laufen kann, hat er am Linner Schützenfest teilgenommen. 1974 das erste Mal als Page. Jetzt geht für ihn ein Traum in Erfüllung: Der Sohn einer alteingessenen Linner Familie wird am Wochenende als Schützenkönig Peter V. durch das Burgstädtchen ziehen.

"Damit, dass ich irgendwann mal Schützenkönig werde, damit musste meine Frau rechnen", schmunzelt Peter Winkmann. Vor 50 Jahren schoss sein Vater, Willi Winkmann, den Vogel ab. Peter V. setzt nun diese Tradition fort. Von soviel Historie sind die Linner natürlich beeindruckt und begeistert. Zudem residiert Seine Majestät wirklich königlich: Als Hausmeister des Museumszentrums Burg Linn wohnt Peter Winkmann mit Ehefrau Martina und Tochter Stefanie in der Zehntscheune in der Vorburg.

Peter V. ist gebürtiger Linner vom Winkmannshof. Hier wuchs er mit drei Geschwistern auf einem der letzten Linner Bauernhöfe auf. Nach der Ausbildung zum Bäcker lernte er noch Garten- und Landschaftsbauer beim Grünflächenamt der Stadt. Seit 2006 ist er der Hausmeister der Burg.

"Wir wohnen in der Zehntscheune schon ein wenig rustikal - unsere Wände sind etwa ein Meter dick", erzählt der König, während die Nachbarn die Residenz mit Papier-Röschen schmücken. Die Remise der Zehntscheune ist mit rund 30 rot-weißen Stoffbahnen festlich verkleidet. Hier lädt das Königspaar am Sonntagmorgen einen exklusiven Kreis zum Frühstück ein. "Das bereiten die Frauen vom Historischen Feuerlöschzug vor. Sie sind mir überhaupt - wie auch die Nachbarn - eine große Hilfe", bedankt sich Ihre Majestät Martina.

Dem Feuerlöschzug, den Peter Winkmann 2001 mit einigen Freunden gegründet hat, gehören auch die Minister Theo Tissen und Knuth Menke an. Mit Minister Theo verbindet Peter vor allem seine Liebe zu Kaltblutpferden.

Für sein Schützenfest wünscht sich Peter V., dass die Linner freudig das Fest genießen und am Zugweg genügend Wasservorräte für Mensch und Pferd bereit halten. Die Augen des 44-Jährigen leuchten, wenn er von den Besuchen bei den Kompanien im Vorfeld des Schützenfestes erzählt: "Da ist richtig gute Stimmung." Auch die Nachbarschaften in Linn, die seiner Meinung nach bestimmt rund 25.000 Röschen zum Schmuck der Straßen gedreht haben, begeistern ihn.

Und so freut sich Peter V. auf die Festtage, an denen er zum ersten Mal weder per pedes noch hoch zu Roß teilnehmen wird, sondern als Seine Majestät in der Kutsche sitzt.

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