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Howinol-Gelände: Kulturstätte am Rheinufer

Howinol-Gelände: Kulturstätte am Rheinufer

Das ehemalige Howinol-Gelände beietet viel Platz und eine beeindruckende Kulisse für Veranstalter.

Krefeld-Uerdingen. Das Projekt Rheinblick in Uerdingen ist vorerst auf Eis gelegt. Was bleibt, ist ein riesiges Areal, das ungenutzt bleibt. Der alte Charme der großen leerstehenden Fabrikhäuser auf dem Gelände der ehemaligen Speiseölfabrik Howinol reizen aber immer mehr Kulturveranstalter. Die Atmosphäre ist einmalig, der Platz fast unbegrenzt.

Franz Holtz, der das Gelände 1889 erwarb, führte mit Reinhard Willemsen die Firma Howinol. (siehe Kasten) Heute gehören Heinrich Yoksulian etwa 3000 Quadratmeter des nördlichen teils des ehemaligen Howinol-Geländes. 1971 hatte er es nach langjährigen Verhandlungen erworben und einen Betrieb für Metallverarbeitung gegründet.

Der andere Teil des Howinol-Geländes gehört nach Angaben der Stadt der NRW.urban, einer Gesellschaft, die Gewerbe-Projekte betreut. Im Zuge der Verhandlungen mit einem Kaufinteressenten werden dort zurzeit Bodenuntersuchungen und Sicherungsmaßnahmen für die bestehenden Gebäude durchgeführt, so die Stadt.

In den vergangenen fünf Jahren hatte das Werkhaus diverse Kulturveranstaltungen auf dem Areal von Heinrich Yoksulian stattfinden lassen. „Die Idee, dort Kultur und Freizeit zu gestalten, ist auf fruchtbaren Boden gestoßen“, erzählt Georg Dammer, Geschäftsführer des Werkhauses.

Open-Air-Kino, Musik-Theater, Kabarett, Ausstellungen und Lesungen haben in den alten Gemäuern und vor beeindruckender Kulisse viele Besucher begeistert. „Als Verein interessieren und engagieren wir uns auch für die Stadtentwicklung“, sagt Dammer weiter.

„Mit unseren Veranstaltungen dort wollten wir auch der Politik zeigen: Da sind Stellen, da muss was getan werden.“ In Kooperation mit Heinrich Yoksulian, konnten die dortigen Räume genutzt werden. „Wir haben die Fenster repariert, die Gebiete gesäubert und das nötige Equipment herangeschafft“, so Dammer. „Es war eine besondere Herausforderung für uns.“

Aufgrund der verspäteten Genehmigung des Haushalts und die dadurch verspätete Zahlung des Kultur-Etats, musste das Werkhaus seine Aktivitäten in Uerdingen für dieses Jahr einstellen. Georg Dammer bedauert dies sehr, denn der Zuspruch in den vergangenen Jahren war groß. Ob es im nächsten Jahr weitergeht, lässt Dammer noch offen.

Der unverwechselbare Charme des Geländes an der Hohenbudbergerstraße hat es auch Fabian Kölker angetan. Bereits Anfang des Jahres hat er zum ersten Mal die Party Time. Space. Rheinblick. veranstaltet. „Ich war vor Jahren an diesem Ort unterwegs, um mir die Gebäudebestände anzugucken“, erzählt Kölker. Vom Howinol-Gelände war er sofort fasziniert.

„Der industrielle Charakter und der morbide Charme sind einmalig“, sagt er. „Da steckt viel Potenzial drin, da kann man was draus machen.“ Am 27. August gibt es aufgrund des Erfolgs der ersten Veranstaltung die zweite Auflage der Open-Air-Party.

Würden weitere Kulturveranstalter dem guten Beispiell von Werkhaus und Fabian Kölker folgen, würde das Gelände wenigstens etwas belebt werden nach der Absage des Millionen-Projekts Rheinblick.