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Bildung: Gesamtschule: Sanierung beginnt im Frühling

Bildung : Gesamtschule: Sanierung beginnt im Frühling

Schüler werden in Uerdingen seit vier Jahren an zwei Standorten unterrichtet. Geplanter Neubau soll bis zu elf Millionen Euro kosten.

Krefeld. Am Anfang habe sie schon gezweifelt, ob eine Gesamtschule neben zwei Gymnasien in Uerdingen eine Chance habe, gesteht Schulleiterin Birgit Munsch. Heute, vier Jahre nach der Gründung, weiß Munsch: sie hat. „Wir stehen gut da“, resümierte sie jetzt vor Bezirksvertretern in Uerdingen, „wir haben weniger Plätze als Anmeldungen“.

Und die Gesamtschule Uerdingen, eine von fünf im Krefelder Stadtgebiet, wächst. Der Technikraum und die Küche sind bereits neu ausgestattet worden. Nach den Osterferien, Anfang Mai 2017, sollen die Sanierungsarbeiten am Gebäude der ehemaligen Von-Ketteler-Schule am Lübecker Weg beginnen. Hier werden heute die Jahrgänge 7 und 8 unterrichtet. „Der Schulhof ist kleiner als an unserem Standort an der Uerdinger Straße, wo die Fünft- und Sechstklässler untergebracht sind“, berichtet Munsch. Zum Schuljahr 2019/2020 ist die Gesamtschule mit der Oberstufe vollständig — „mit 30 Klassen wären wir dann ausgelastet“, erklärt Munschs Stellvertreter, Dirk Wellesen. Weitere Räume würden dann notwendig, die an der Uerdinger Straße entstehen sollen. Kosten für den Neubau: zwischen zehn und elf Millionen Euro.

Die Gespräche mit der Stadt seien dazu bereits angelaufen, ein Wettbewerb für Architekten solle ausgeschrieben werden, so Wellesen, der noch skeptisch ist, dass rechtzeitig bis 2019 alles fertig wird. „Wahrscheinlich müssen wir erstmal mit einer Containerlösung leben.“

Dass die Schüler schon heute zwischen zwei Standorten pendeln und dafür einen etwa 15-minütigen Laufweg antreten müssen, sieht bei der Gesamtschule niemand als Problem: „Wir sind eine bewegte Schule“, betont Birgit Munsch und verweist darauf, dass solch ein Wechsel höchstens einmal pro Woche vorkomme und die Stundenpläne der Schüler so angepasst seien, dass es dadurch keinen Unterrichtsausfall gebe.

Ein größeres Problem seien da die personellen Besetzungsschwierigkeiten Anfang des Schuljahres gewesen. „Der Markt ist wie leer gefegt“, so Munsch, die aktuell aber wieder Einstellungsgespräche führe und optimistisch in die Zukunft blickt: „Es gibt einige Kollegen, die sich ganz bewusst für unsere Schule entscheiden und wegen des Mint-Schwerpunkts (Fokus in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, Anmerkung der Redaktion) auch aus Düsseldorf und der Umgebung zu uns nach Uerdingen kommen, um hier Aufbauarbeit zu leisten.“

Bewährt habe sich an der Gesamtschule Uerdingen auch die Inklusion. Mehr als 50 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf werden aktuell dort von einem Team aus Lehrkräften und Sonderpädagogen unterrichtet. „Wir haben 36 Seiteneinsteiger, Flüchtlinge und Kinder aus anderen Ländern, die inzwischen alle an Klassen angebunden sind“, sagt Munsch. Lernbehinderte Kinder werden in zwei Klassen unterrichtet — auch um Ressourcen zu sparen. Die Schulleiterin betont: „Wir sind da nicht starr festgelegt und optimieren da immer nach Bedarf.“