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Der Rheinblick ist ins Wasser gefallen

Der Rheinblick ist ins Wasser gefallen

Das Prestigeprojekt ist nach dem Urteil des OVG Münster vorerst gescheitert.

Krefeld-Uerdingen. „2010 werden nach acht Jahren Vorlauf endlich die Bagger rollen“, sagte der Uerdinger CDU-Politiker Werner Näser im Mai 2009 in der WZ optimistisch voraus. Daraus wurde nichts und es kann jetzt noch viel länger dauern als befürchtet. Denn das Oberverwaltungsgericht in Münster hat der Klage von Grundstücksbesitzer Heinrich Yoksulian gegen den Bebauungsplan 677/I stattgegeben (die WZ berichtete).

Eine Neuaufstellung des B-Planes bis zum Abschluss könnte unter Umständen viele Monate dauern.

Am weitesten fortgeschritten waren die Pläne für das Mittelstück des Gebäudekomplexes östlich der Hohenbudberger Straße, zu der die Villa Müncker gehört. Die Finanzierung stand für den Mix aus Wohnen, Gastronomie, Kultur und Freizeit. Damit wären 18 000 Quadratmeter des insgesamt fast sechs Hektar großen Areals vergeben gewesen.

Nicht nur für Krefeld, sondern für die gesamte Region Niederrhein hätte das Projekt zu einem Leuchtturm werden können. Damit hätte nicht zuletzt die kontinuierliche Aufwertung des historischen Stadtkerns und Wohnstandortes Rheinstadt Uerdingen fortgesetzt werden können.

Die Eigentümer der Schlüsselgrundstücke am Rheinufer hatten sich vor rund zehn Jahren zu einer Projektentwicklungs-Gemeinschaft zusammengefunden. Es bot sich die seltene Chance der städtebaulichen Entwicklung an einem der wenigen exklusiven Standorte direkt am Rheinstrom.

Über das Immobilien- und Städtebau-Workshopverfahren sollte konsequent der Weg für eine zukunftsgerichtete Neunutzung der Ufersilhouette vorbereitet werden.

Das Planungsverfahren — maßgeblich begleitet von Architektur-Professor Ulrich Coersmeier — sollte in vier Abschnitten realisiert werden. Allerdings haben bereits vor drei Jahren die Krefelder Grünen gewarnt, nachdem Bayer damals Bahngrundstücke zwischen Hohenbudberger und Duisburger Straße gekauft hatte.

„Der Grundstückskauf von Bayer könnte ein weiterer Sargnagel für das Krefelder ‘Highlight´ am Rhein sein“, stellte Grünen-Sprecher Rolf Rundmund damals fest. Durch die Flächenankäufe von Bayer werde eine Vernetzung der geplanten Wohn- und Gewerbebebauung massiv erschwert.