Bauprojekt: Historischer Tag für Uerdingen

Bauprojekt: Historischer Tag für Uerdingen

Der erste Spatenstich für den Tunnel zur Lange Straße ist vollbracht. Im Mai 2009 soll die Eröffnung folgen.

Krefeld. Das Wort "historisch" sollte man sparsam verwenden. Doch für die Stadtgeschichte ist der 3.November 2007 tatsächlich ein historischer Tag. Denn er steht für den symbolischen ersten Spatenstich zum Tunneldurchstich am Uerdinger Bahnhof. Die Verbindung zwischen dem Zentrum der Rheinstadt und dem Uerdinger Nordwesten war bereits Bestandteil des Vereinigungsvertrages zwischen den Städten Krefeld und Uerdingen aus dem Jahr 1928.

Eine schon ausgeblichene blaurote Fahne hängt unter einem Bauschild. Dort soll im Mai 2009 der Eingang zum neuen Tunnel zur Lange Straße eröffnet werden. Rund 200Uerdinger versammeln sich an dem trüben Samstagmorgen links neben dem Bahnhofsgebäude.

Elmar Jakubowski, Bezirksvorsteher Uerdingen

"Ich habe immer darauf gewartet, dass der Tunneldurchstich kommt", sagt Wilma Schroers. Die 88-Jährige war 1958 auf die andere Seite des Bahndamms gezogen. "Damals hieß es, der Durchstich kommt in Kürze", sagt sie und muss lachen. Daraus wurde nichts. Wer in das Uerdinger Zentrum wollte, musste einen Umweg in Kauf nehmen. Die Jüngeren kürzten - was streng verboten ist - über Generationen oft ihren Weg über die Bahngleise ab.

Mit klingendem Spiel ziehen die Spielfreunde 1927, Vertreter der Schützen und Bürgerwehr in Uniformen an Ehrengästen vorbei. "Ich begrüße besonders alle Zweifler", scherzt Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski zur Begrüßung. Die große Runde lacht. Dort machen Äußerungen wie "Wenn das mein Mann noch erlebt hätte" oder "Das ich das noch erleben darf" die Runde. Der über Jahrzehnte nicht erfolgte Tunneldurchstich sitzt tief im lokalpatriotischen Fleisch der Rheinstädter.

Was mit dem alten Bahnhof passieren soll, ist offen. "Wir haben Bestrebungen, ihn zu verkaufen", sagt Oberheim. Genaueres konnte er jedoch nicht sagen, weil das Gebäude Eigentum des Bundeseisenbahn-Vermögensamtes sei. Dort steht übrigens schon das Linner Bahnhofsgebäude im Verkaufsangebot - Verhandlungsbasis 139000 Euro, ohne Provision.

Am Ende des kurzen Festaktes stehen alle friedlich zusammen. Bezirksvorsteher Jakubowski hatte im Vorfeld Freibier angekündigt. Und das Königshofer schmeckt auch den Uerdingern.

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