26 Millionen Euro: Neue Zimmer fürs Josefshospital

Projekt : Neue Zimmer fürs Josefshospital

Am Uerdinger Krankenhaus ist die Fertigstellung für Ende 2020 geplant. Kosten steigen auf 26 Millionen Euro.

Der Gang durch das St. Josefshospital bietet dieser Tage einiges an Überraschungen. Von rund sieben Kilometern Kabel, die auf der zweiten Etage noch aus der Decke hängen, über archäologische Funde im Außenbereich bis hin zu einer fast einzugsbereiten Ebene vier. Moderner Laminatboden, weiße Wände und eine Ausstattung mit „Hotelstandard“, wie es der Geschäftsführer der Malteser Kliniken, Bernward Schröder, mit einem Augenzwinkern nennt. Der Umbau in dem Uerdinger Krankenhaus schreitet voran. Das Projekt begann 2016, biegt nun langsam, aber sicher auf die Zielgerade ein.

Die Kosten von anfangs rund 22 Millionen Euro sind mittlerweile auf 26 Millionen gestiegen, die endgültige Fertigstellung ist für Ende 2020 geplant. Dann soll neben einer bereits neu umgebauten Radiologie und Endeskopie-Station auch der Neubau eines fünfgeschossigen Bettenhauses mit neuer Eingangshalle und einer Caféteria im Erdgeschoss abgeschlossen sein. Der bisherige Westflügel gehört dann der Geschichte an und wird nach seinem Abriss einzig durch einen angrenzenden, eingeschossigen Ambulanzbereich ersetzt. „Wir liegen grob im Zeitplan“, sagt Schröder, wohl wissend, dass bei einem Großprojekt wie dem St. Josefshospital die üblichen Verzögerungen normal sind.

Kurze Wege und hoher Komfort für die Patienten

Der fertige Gebäudekomplex soll sich dann vor allem durch kurze Wege, einfacheres Zusammenarbeiten und hohen Komfort für die Patienten auszeichnen. Schröder sagt: „Die Büros waren zuletzt überall im Gebäude verstreut, durch den Umbau legen wir diese jetzt deutlich enger zusammen, sodass es einfacher ist, auf dem kurzen Dienstweg zu arbeiten und sich abteilungsübergreifend über Patienten auszutauschen.“

Den Anfang machten zunächst die Räume der Physiotherapie. Wo früher ein Labor aufgebaut war, steht nun schon seit einiger Zeit ein Therapieraum. Die Praxis des Teams „fysioconcept“ ist modern aufgestellt, gilt besonders im Krefelder Sport als Anlaufstelle. Im Anschluss wurden Radiologie und Endeskopie zusammengelegt, auch hier gilt das Prinzip der kurzen Wege. Die zwei Teilbereiche wurden nacheinander saniert und umgebaut, gut ein Jahr hat das Team um Bauleiter Christoph Behlert dafür gebraucht.

Heute arbeiten beide Abteilungen eng zusammen, bieten den Patienten aber dennoch die gewünschte Ruhe und Diskretion. Und auch für das Team ist die Arbeit leichter geworden, wie die Leiterin der Endeskopie, Viola Arnautovic, erklärt: „Räume und Geräte sind sehr modern und für die Patienten ansprechend. Wir fühlen uns wohl, und auch der Patient ist zufrieden. Das merken wir im täglichen Umgang.“ Gleiches gilt auch für den fünfgeschossigen Neubau. Die Arbeiten in den Ebenen drei und vier befinden sich in der Endphase, „die Betten kommen diese Woche“, sagt Behlert.

Zudem fehlen noch die letzten Arbeiten an Strom und Wasser. Gut 30 Kilometer Kabel werden insgesamt im Neubau verlegt. Die zweite Etage soll Ende Juli, die erste Ende Januar 2020 fertig sein. Jede bietet neben einem Loungebereich Platz für zehn Patienten, aufgeteilt in zwei Einbett- und vier Zweibettzimmer. „Für die Betten gilt eigentlich das gleiche wie für die Büros. Sie waren alle sehr weit verteilt, auch das wollen wir enger zusammenführen“, sagt Schröder. Größer wird das Krankenhaus aber dadurch nicht, die Bettenanzahl bleibt ungefähr gleich.

Im Sommer sollen die Ebenen zwei bis vier einzugsbereit sein, gleichzeitig ist dies auch der Startschuss für die Abrissarbeiten des Westflügels. Für Patienten und Anwohner könnte es dann noch einmal ein wenig lauter werden, auch wenn die schlimmsten Lärmarbeiten bereits abgeschlossen sind, wie Behlert versichert. Im Erdgeschoss laufen derzeit auch die Arbeiten an einer neuen Caféteria mit Außenbereich. Ein Teil der Fliesen liegt bereits, draußen wird gerade der geplante Eingangsbereich samt Grünfläche umgepflügt. Dabei machten Behlert und sein Team erst vor wenigen Wochen eine Entdeckung. „Bei den Arbeiten haben wir einen Teil der Krefelder Stadtmauer entdeckt“, sagt Behlert. Nach einer Untersuchung war klar: Dieses Stück muss dort bleiben, ist als Bodendenkmal geschützt. Nun muss drumherum gebaut werden, anschließend wird das Loch wieder zugeschüttet. Zu sehen ist dann nichts mehr.