Stillgelegter Aufzug in barrierefreiem Haus sorgt für viele Probleme

Wohnen : Aufzug in barrierefreiem Haus außer Betrieb

Gehbehinderte Bewohner der Pappelstraße müssen Krankentransport rufen, wenn sie ihr Haus verlassen wollen.

Christina Müller und Dean Kramer haben ein Problem: Sie sind beide gehbehindert und wohnen in einem Haus der Wohnstätte, in dem seit sechs Wochen der Aufzug nicht funktioniert. Das Haus an der Pappelstraße 11 soll ein barrierefreies Haus sein, neben den beiden genannten Mietern wohnen auch noch  eine Familie mit Säugling und ein weiterer Rollstuhlfahrer in dem Mehrfamilienhaus. „Seit März 2019 verweigert der Tüv den Betrieb des Aufzugs (...), vor sechs Wochen stellte die Wohnstätte Krefeld die Aufzüge ohne Vorwarnung ab“, kritisiert Mieterin Müller in einem Leserbrief.

Auf Nachfrage teilte die Wohnstätte zunächst mit, dass die Reparatur noch zehn bis zwölf Wochen dauern würde. Die lange Wartezeit liege am Import der Ersatzteile aus Spanien. „Als Entschädigung erhalten alle Mieter zehn Prozent ihrer Miete zurück und können den Krankenfahrdienst der Firma Sibu auf Anmeldung nutzen“, erklärt Peter Schwarz von der Wohnstätte Krefeld.

Am Mittwoch, 16. Oktober, gab die Wohnstätte an, dass der Aufzug voraussichtlich bereits ab Donnerstag, 24. Oktober, wieder benutzt werden kann. Darüber würde sich Christina Müller sehr freuen: „Die Mietminderung kompensiert die Einschränkung nicht und der Sibu-Krankenfahrdienst ist nur eine kleine Hilfe. Plötzliche Arztbesuche sind nicht möglich, weil Termine mit dem Unternehmen einen Tag vorher abgesprochen werden müssen. Das bedeutet, Zahnschmerzen müssen eventuell bis zum nächsten Tag ausgehalten werden.“ Des Weiteren seien einfache Aktivitäten, wie die Wäsche im Keller waschen, den Briefkasten kontrollieren, der Gang zum Bäcker, den Müll entsorgen oder der Hundesparziergang, nicht möglich.

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