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In der Kita St. Norbertus wird Integration gelebt

In der Kita St. Norbertus wird Integration gelebt

Seit 50 Jahren gibt es die Einrichtung in der Innenstadt. Heute besuchen sie 66 Kinder aus 20 Nationen.

Mitte. Claus Neuwirth war eines der ersten Kinder, die 1967 die katholische Kita St. Norbertus besuchten. Seit 50 Jahren liegt die Einrichtung wie eine grüne Oase mitten in der betriebsamen Stadtmitte zwischen Frankenring und Gutenbergstraße. Das Jubiläum wurde jetzt mit Eltern und Kindern gefeiert. Claus Neuwirth erinnert sich: „Die Auswahl an Spielzeug war viel kleiner als heute und oft selbst gemacht, was aber durchaus die Kreativität der Kinder förderte.“

Zusammen mit der Kita St. Josef gehört St. Norbertus seit einiger Zeit zum katholischen Familienzentrum Krefeld-Mitte, einer Einrichtung der Kirchengemeinde Papst Johannes XXIII. Das Familienzentrum hat zum Ziel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken und Familien eine verlässliche Anlaufstelle für Alltagsfragen in ihrem näheren Umfeld zu bieten. Die umfangreichen, interkulturell ausgerichteten Angebote setzen dort an, wo Eltern im Stadtteil „zu Hause“ sind.

Die 66 Kinder der Kita kommen aus 20 verschiedenen Nationen und rund ein Drittel von ihnen spricht beim Eintritt in die Kita mit drei Jahren kein Deutsch. „Deshalb legen wir großen Wert auf Integration. Die Kinder erfahren bei uns Vielfalt und Unterschiedlichkeit als etwas Normales und lernen ,das Andere’ zu akzeptieren“, sagt Britta Piepers, die Leiterin der Kita. Unterstützung erhalten die elf pädagogischen Mitarbeiterinnen unter anderem durch die Teilnahme am Förderprogramm der Landesregierung „plus Kita“, das zusätzliche Personalstunden durch eine Heilpädagogin bietet.

Nadine Mühlenbrock ist diese zusätzliche Fachkraft, sie stellt fest: „Unsere Kita profitiert in vielen Bereichen von diesem Förderprogramm. So können wir Familien noch individueller beraten und vielfältige Angebote und Lösungen für Familien bieten.“ Auch die Teilnahme am Bundesprogramm „Sprach-Kita“ bietet Unterstützung: Die Teams werden durch zusätzliche Fachkräfte, die direkt in der Kita tätig sind, im Bereich sprachliche Bildung verstärkt.

Leider bietet das ebenfalls 50 Jahre alte Gebäude nicht mehr genug Platz (die WZ berichtete). „Vor allem für Beratung und Therapie fehlen Räume“, sagt Piepers. Clemens Hauser, der Bevollmächtigte für Kindergärten des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde Papst Johannes XXIII. fügt hinzu: „Wir würden gerne aus der Drei-Gruppen- eine Sechs-Gruppen-Einrichtung machen. Dazu müssen alle, Träger, Stadt und Land an einem Strang ziehen“.