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Lohstraße: Das älteste Haus innerhalb der Wälle

Lohstraße : Das älteste Haus innerhalb der Wälle

Gebäude Lohstraße 106 könnte aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Krefeld. Der Architektin Claudia Schmidt liegt das Haus an der Lohstraße 106 besonders am Herzen. Für ihr Konzept „100 Stadthäuser im Rahmen des Vagedes-Planes“ hat sie sich unter anderem im Museum Burg Linn alte Stadtpläne angeschaut und ist dabei zufälligerweise auf einem Plan aus der Mitte des 17. Jahrhunderts auf ein Gebäude gestoßen, das in leicht abgewandelter Form so heute noch am Stadtmarkt steht. „Seine städtebauliche und historische Bedeutung war lange Zeit nicht bekannt“, folgerte Claudia Schmidt bei einem Vortrag in der Volkshochschule.

Im Oktober 2014 wurde bei der Stadt eine Bauvoranfrage des derzeitigen Besitzers eingereicht. Laut Claudia Schmidt sei ein vier- bis fünfstöckiges Wohn- und Geschäftshaus dort angedacht gewesen.

Eine aktuelle Anfrage bei der Stadt ergibt: „Die Bauvoranfrage konnte nicht beschieden werden. Neue Pläne wurden nicht eingereicht.“ Laut Angelika Peters vom Presseamt lege der Verwaltung aktuell weder ein Antrag auf Abbruch, noch ein Bauantrag für ein neues Geschäftshaus vor.

Die Denkmalpflege hat inzwischen den historischen Wert des Hauses erkannt und es vorläufig unter Denkmalschutz gestellt. Laut Peters läuft das Verfahren noch und es ist deshalb auch noch nicht abschließend in die Denkmalliste aufgenommen worden.

Sicher sei jedoch, dass das Gebäude das älteste zwischen den vier Wällen ist, die nach den 1819 entstandenen Plänen von Adolph von Vagedes (1777 - 1842) als Rechteck um das historische Zentrum der Stadt angelegt wurden. Es sei eindeutig vor 1820 errichtet worden.

Doch wie alt es nun tatsächlich ist, müsse genauer untersucht werden. Derzeit wird das Gebäude als hinteres Ladenlokal vom Modehaus Trude Waldhausen für Lagerzwecke genutzt. Während die Fassade von außen schon lange verputzt ist, sei bei ersten Freilegungen im Inneren eine zusammenhängende Fachwerkkonstruktion erkennbar geworden.

Das, die Ansicht auf den alten Stadtplänen sowie die tiefe Anordnung der Fenster unterstreichen die These, dass es sich bei dem Haus Lohstraße 106 tatsächlich um das letzte, noch erhaltene älteste Haus in der Innenstadt handeln könnte. Voraussichtlich wird sich der Denkmalausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Thema ausgiebiger beschäftigen.