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Streit um Denkmalschutz: CDU-Ratsherr: "Et Bröckske als Denkmal zu erhalten, ist unsinnig"

Streit um Denkmalschutz : CDU-Ratsherr: "Et Bröckske als Denkmal zu erhalten, ist unsinnig"

CDU-Ratsherr Manfred Läckes saß 2012 im Ausschuss, als die Entscheidung fürs Denkmal fiel. Er sagt, das Protokoll ist falsch.

Krefeld. Die ehemalige Traditionsgaststätte „Et Bröckske“ ist ein Krefelder Denkmal. Die Untere Denkmalbehörde hat vor kurzem so entschieden. Mit harschen Worten kritisiert CDU-Ratsherr Manfred Läckes diese Unterschutzstellung: „Damit wird eine wünschenswerte städtebauliche Entwicklung an dieser Stelle verhindert“ und „ein bauwilliger Investor vor den Kopf gestoßen“.

Ein Blick in das Protokoll der Denkmalausschuss-Sitzung vom November 2012 zeigt jedoch eine einstimmige Empfehlung — bei zwei Gegenstimmen der FDP — für die Unterschutzstellung. Manfred Läckes saß für die CDU damals bereits im Ausschuss.

Seit Anfang 2009 steht das ehemalige Brauhaus der Rhenania-Brauerei leer. Ein Gutachten des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland hatte bereits 2008 festgestellt, dass das Haus ein Baudenkmal darstellt. Doch erst vier Jahre später, als ein anderer Investor das vom Zerfall bedrohte Gebäude abreißen wollte, leitete die Behörde die Unterschutzstellung ein.

„Im Denkmalausschuss gab es damals einen Riesendisput mit der damaligen Vorsitzenden, die über das Thema abstimmen lassen wollte“, sagt Läckes. Für ihn war es eine Farce. Die Verwaltung hatte zuvor betont: „Sie können als Politik abstimmen, wie Sie wollen, die Untere Denkmalpflege entscheidet.“ Läckes zog nach eigenen Worten danach für sich den Schluss: „Wir brauchen nicht darüber abzustimmen.“

Deshalb habe er sich in der Abstimmung nicht dafür und nicht dagegen ausgesprochen, sondern vielmehr zuvor lautstark gesagt, dass es unsinnig sei, „Et Bröckske“ als Denkmal zu erhalten, und man Investoren damit verprelle. „Im Protokoll steht davon nichts“, sagt er am Mittwoch auf Nachfrage der WZ.

Angefochten habe er das im Nachhinein nicht mehr. Grund hierfür seien von der Verwaltung angekündigte Gespräche mit einem neuen Investor gewesen.

Später hatte der beauftragte Krefelder Architekt Lucas die Abriss- und Neubaupläne im Planungsausschuss vorgestellt. Für Läckes und die CDU eine wichtige Investition. „Mit der Unterschutzstellung wird aber das Gegenteil dessen erreicht, was sie bewirken soll: Das Denkmal wird nicht erhalten, es wird verfallen.“